Rubrikübersicht | Impressum | 03. Juli 2022


Dauerbrenner

Ausweitung der Warnstreiks in der Edelmetallindustrie

Bild: Menschenkette vor Fa. G. Rau  (FOTO: IGM)

Menschenkette vor Fa. G. Rau (FOTO: IGM)

IG Metall Pforzheim organisiert Menschenkette im Brözinger Tal

Nachdem in der letzten Woche schon 608 Beschäftigte an vier Standorten in Baden-Württemberg die Arbeit niedergelegt hatten, darunter 180 Beschäftigte bei Doduco Pforzheim, 120 bei Doduco Sinsheim, 130 Beschäftigte bei Christian Bauer in Welsheim und 180 bei Possehl in Niefern, legt die IG Metall in dieser Woche nochmal nach.

Um ihren Tarifforderungen noch mehr Nachdruck zu verleihen, verstärkt die IG Metall Pforzheim ihre Warnstreiks in der Branche. So haben sich die Beschäftigten der Firmen Inovan und proHeq in Birkenfeld und der Firmen G. RAU und Heimerle & Meule mit ihren Werken im Brötzinger Tal in Pforzheim mit rund 400 Beschäftigten am Warnstreik und der Menschenkette im Brötzinger Tal beteiligt.

Damit haben insgesamt bereits mehr als 1000 Beschäftigte die Arbeit zeitweise niedergelegt.

Die Aktion Menschenkette fand mit einem Personenabstand von 1,5 Metern auf dem Gehweg der Dennigstraße von der Firma Inovan bis zum Autohändler S & G, unter Einhaltung der Corona Abstandsregeln statt.

Die Beschäftigten von S & G machten zum wiederholten Mal ihren Protest gegen das Vorgehen der Arbeitgeber in der anstehenden KFZ Tarifrunde deutlich. Hier hatten die Arbeitgeber bereits im Vorfeld der Tarifverhandlungen maßgebliche Teile des aktuell gültigen Manteltarifvertrags gekündigt und Gegenforderungen gestellt.

Der Betriebsratsvorsitzende der Firma G.RAU, Alexander Kröner, macht deutlich wie wichtig es sei, dass auch die Beschäftigten von Rau an den Aktionen beteiligt sind. „Mit unserem Anerkennungstarifvertrag hängen wir ganz direkt am Abschluss in der Edelmetallindustrie," so Kröner.

Justin Ludäscher, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei Inovan und Mitglied der IG Metall Verhandlungskommission: "Es kann nicht sein, dass die Coronakrise weiterhin nur auf den Schultern der Beschäftigten ausgetragen wird. Durch den Stellenabbau in den letzten Monaten sei der Leistungsdruck für die Beschäftigten nochmals erheblich gestiegen.

"In Zeiten, in denen Arbeitgeber die Durchsetzungskraft der IG Metall offensichtlich unterschätzen, ist es wichtig, dass sich auch Beschäftigte der Firmen mit Haustarifvertrag, wie bei Possehl und Anerkennungstarifvertrag wie bei G. RAU, an den Aktionen beteiligen, so die 1. Bevollmächtigte der IG Metall Pforzheim Liane Papaioannou.

Insgesamt haben sich nach Angaben der IG Metall in der ersten Woche bereits 1108 Beschäftigte der Edelmetallindustrie in Baden-Württemberg an den Warnstreiks beteiligt, davon 858 in Pforzheim und dem Enzkreis.

Aufgrund des Feiertags werden die Warnstreiks in Pforzheim erst in der nächsten Woche fortgesetzt, erklärt der Sprecher der IG Metall Pforzheim, Arno Rastetter.

Die IG Metall Baden-Württemberg fordert für die Beschäftigten der baden-württembergischen Schmuck-, Uhren- und Edelmetallindustrie eine Entgelterhöhung im Volumen von 4 Prozent mehr für 12 Monate sowie ein Zukunftspaket, das Möglichkeiten zur Beschäftigungssicherung, einen tariflichen Rahmen für betriebliche Zukunftstarifverträge sowie Verbesserungen für Auszubildende und dual Studierende.

Die Arbeitgeber hatten die erste Verhandlungsrunde nicht genutzt, um zu einem schnellen Ergebnis zu kommen. Vielmehr hatten sie sich insbesondere gegen eine weitere Sonderzahlung ab 2022 gewandt und die Variabilisierung aller Sonderzahlungen gefordert, so die erste Bevollmächtigte der IG Metall Pforzheim Liane Papaioannou.

PM/igm

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