Rubrikübersicht | Impressum | 29. September 2022


Termine

SURVIVORS: 75 Portraits von Überlebenden

Bild:

Fotografiert von Martin Schoeller

"Es ist so wichtig, Erinnerungsprojekte wie dieses zu unternehmen. Wer noch in
der Lage ist, seine Geschichte zu erzählen, sollte das auch weiterhin tun. Es ist
unsere Pflicht, im Namen der Männer, Frauen und Kinder, die ermordet wurden,
unsere Geschichten immer wieder zu erzählen."
Naftali Fürst, Überlebender
Bundeskanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet
eröffnen am 21. Januar 2020 die Ausstellung „SURVIVORS. Faces of Life after
the Holocaust" auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen. Anlass ist der
75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers
Auschwitz-Birkenau. Zu sehen sind 75 eindringliche Portraits von Überlebenden
des Holocaust, fotografiert von Martin Schoeller. Der international
renommierte Fotograf hat sich für dieses Erinnerungs-Projekt mit der
Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und dessen deutschem
Freundeskreis sowie der Stiftung für Kunst und Kultur Bonn
zusammengeschlossen. Die Portraits sind weltweit erstmalig ab dem 22.
Januar 2020 auf Zollverein zu sehen. Weitere Stationen sind geplant.
Menschlichkeit und Würde bewahren unter unmenschlichen Bedingungen:
Diese Erfahrung steht hinter den überlebensgroßen Nahaufnahmen der 75
Überlebenden. Entstanden sind die Bilder in Jerusalem, in Yad Vashem, wo
Schoeller die Portraitierten besucht und sich für die Aufnahmen sehr viel Zeit
genommen hat. "Ich bin in Deutschland aufgewachsen", so Martin Schoeller,
der seit langem in New York lebt. „In der Schule haben wir ständig über den
Holocaust gesprochen. Ich bin mit dem Gefühl groß geworden, dass eine
unglaubliche Schuld auf uns liegt, das hat mich die eigene Identität immer
wieder hinterfragen lassen. Wie konnten Menschen aus meinem eigenen Land
solche unfassbaren Verbrechen begehen? Es ist erschreckend zu sehen, wie sich
der Antisemitismus momentan in Europa und anderswo erneut Bahn bricht.
Mehr denn je verspüre ich daher eine große Verantwortung, gegen
Antisemitismus anzugehen, wo immer ich ihn erlebe, und dazu beizutragen, dass
es nie wieder so etwas wie den Holocaust geben wird. Wir sind verantwortlich
für unsere Geschichte. Und ich glaube, dass wir nur dann als Menschen
vorankommen können, wenn wir bereit sind, aus der Geschichte zu lernen."
Der Blick in diese vom Leben gezeichneten Gesichter ist heute und für künftige
Generationen von besonderer Bedeutung: Die Portraitierten gehören zu den
letzten noch lebenden Augenzeugen. Schoellers unverstellte Fotografien sind
bleibende Zeugnisse persönlicher und kollektiver Geschichte und vermitteln das
Grauen des Holocaust jenseits von Worten.
„Das Erbe der Shoah, das die Überlebenden mit größter Tapferkeit und Hingabe
wachgehalten haben, wird nun an uns übergeben. Und es ist an uns, ihre
Hoffnungen auf eine bessere Zukunft zu verwirklichen", erläutert der
Vorsitzende von Yad Vashem, Avner Shalev. „Es ist von größter Bedeutung, dass
ihre Botschaften und Werte in Ehren gehalten und eingelöst werden. Dies
sicherzustellen, dafür steht die internationale Holocaust-Gedenkstätte Yad
Vashem, und wir sind überzeugt, dass dies eine heilige Aufgabe für die ganze
Welt ist. Im fortschreitenden 21. Jahrhundert sind wir verpflichtet, präzise
Erinnerungen an den Holocaust wachzuhalten und für mehr Menschlichkeit,
Toleranz und Demokratie in der Gesellschaft einzutreten, zum Wohle
kommender Generationen."
Kai Diekmann, Vorsitzender des deutschen Freundeskreises von Yad Vashem,
unterstreicht die Bedeutung der Fotografien für die Vermittlung der
Geschichte(n) der Überlebenden: „Jede der Fotografien sagt mehr, als es Worte
je vermögen. Jeder der von nahem und überlebensgroß gezeigten Gesichtszüge
trägt ein Stück persönlicher und kollektiver Geschichte in sich. Ihre Gesichter
beobachten uns. Ihr Blick fesselt uns. Die Furchen der Gesichter sind Zeichen des
durchlebten Grauens und zugleich des Triumphs, sich ein neues Leben aufgebaut
zu haben. Jede Fotografie spricht zu unserem Herzen - und öffnet ein Tor zu
dem überwältigenden Vermächtnis der Opfer und Überlebenden."
Walter Smerling, Vorsitzender der Stiftung für Kunst und Kultur Bonn, hofft auf
viele junge Besucher der Ausstellung. „Manch einer glaubt, zu dem Thema sei
bereits alles gesagt. Dem ist nicht so - das führen uns die Nachrichten leider
täglich vor Augen. Erinnerungskultur gehört zu den wichtigsten Aufgaben
unserer Zeit, und diese Ausstellung wird einen Beitrag dazu leisten. Die
Überlebenden lehren uns, niemals aufzugeben und achtsam zu bleiben."
Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung: „Die RAG-Stiftung sieht
sich in der Pflicht, den wichtigen Gedenktag 27. Januar, den Erinnerungstag an
die Opfer des Holocaust, auch hier im Ruhrgebiet angemessen zu würdigen. Als
Förderer von Projekten im Bildungsbereich unterstützen wir das Projekt mit
großer Überzeugung. Gerade junge Menschen müssen immer wieder an das
Thema herangeführt werden. Es gilt mehr denn je, öffentlich Zeichen zu setzen:
Gegen einen wieder erstarkenden Antisemitismus und eine zunehmende rechte
Radikalisierung in der Gesellschaft."
„SURVIVORS" ist ein Projekt der Stiftung für Kunst und Kultur Bonn und der
Internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Kooperation mit der
Stiftung Zollverein und dem Ruhr Museum. Kuratorinnen sind Anke Degenhard
und Vivian Uria. Das Projekt wurde initiiert vom deutschen Freundeskreis von
Yad Vashem unter Kai Diekmann und wird unterstützt und finanziert von der
RAG-Stiftung.
Zur Ausstellung erscheint ein Fotobuch im Steidl Verlag mit den 75 Portraits und
zugehörigen Biografien sowie einem Vorwort von Bundespräsident a.D. Joachim
Gauck.

Mehr dazu unter: http://www.stiftungkunst.de/kultur/wp-content/uploads/2020/01/00_Survivors_Pressemappe_digital_small.pdf

22.01.2020

· Mit der Earth Night am 23. September ein Zeichen gegen Lichtverschmutzung setzen
·  Fridays for Future streikt global für gerechte Krisenbewältigung
· Am Weltkindertag, 20. September, im Rahmen der Kindergesundheitswochen ein Film zur Kinderarmut
· Bundesweite Kinder-Fahrraddemos am 24. und 25. September
· Exekution von vier Zwangsarbeitern auf dem Ettlinger Wattkopf 1945


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