Rubrikübersicht | Impressum | 30. Juni 2022


Leserbriefe

Zivilcourage gegen Abschiebung eines bedrohten Kurden

Bild: Das Aschiebegefännis an der Rohrstrasse...

Das Aschiebegefännis an der Rohrstrasse...

Nächster Abschiebetermin nach Aussetzung heute: morgen
17.2.22, 11:00 Uhr, Flughafen Stuttgart

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

gestern hatte ich Ihnen mitgeteilt, dass ich heute, den 16.02.2022, vom Flughafen Stuttgart in die Türkei abgeschoben werden soll. Nachdem von
mir gestern durch maskierte Männer, in meiner Zelle mit Zwang, Abstriche für den Corona-Test entnommen wurden, wurde ich heute Vormittag zum
Flughafen gebracht. Dort sollte ich mit einem Flug der Turkish Airlines in Begleitung von Beamten in die Türkei gebracht werden. Allerdings habe
ich im Flieger friedlich und passiv allen Insassen verkündet, dass ich gegen meinen Willen abgeschoben werden soll, wonach sich Unmut unter ihnen regte. Schließlich weigerte sich auch das Personal mich an Board
zu halten, weshalb meine Abschiebung „verschoben" wurde. Laut Aussage des zuständigen Beamten soll ich „dann halt mit einem Charterflug" in die Türkei gebracht werden. Soeben habe ich nun von meinem Anwalt
erfahren, dass ich für MORGEN, 17.02.22 um 11.10 erneut einen ABSCHIEBETERMIN bekommen habe. Derzeit befinde ich mich wieder in Abschiebehaft in Pforzheim.

Ich unterstreiche meine Aussagen von der gestrigen Erklärung: Mir drohen, aufgrund meiner Aktivitäten in Deutschland, in der Türkei Folter
und Haft. Sollte ich morgen abgeschoben werden, sind die deutschen Behörden und Entscheidungsträger dafür verantwortlich, was mir zustoßen
könnte, allen voran die Entscheidungsträger im Innenministerium und Justizministerium von Ba-Wü, die heute auch lautstark meine Abschiebung
verteidigten.

Dass mir in der Türkei keine politische Verfolgung drohe ist schlichtweg eine Desinformation. Derzeit befinden sich dutzende deutsche Staatsbürger in der Türkei in Haft, alle nur weil sie in Deutschland ihre Meinung zum türkischen Regime frei geäußert haben. Ich denke auch die Entscheidungsträger in Ba-Wü können sich gut vorstellen, was miteinem politisch unliebsamen „Almanci" passieren kann, der aus Deutschland abgeschoben wird, und keinerlei Rechtssicherheit mehr genießt. Deshalb bitte ich diese nochmal ausdrücklich, die Entscheidung über meine morgige Abschiebung zu überdenken.

Ich möchte hier auch an die demokratische Öffentlichkeit einen Appell machen: Bitte kommt morgen zum Schalter von Turkish Airlines in Stuttgart und protestiert gegen meine drohende Abschiebung.

 

 

Mit freundlichen Grüßen aus der Abschiebehaft in Pforzheim,

Muhammed Tunc

17.02.2022

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