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Leserbriefe

WELT-AIDS-TAG 2023: Leben mit HIV? Anders als du denkst.

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Der Welt-AIDS-Tag am 01.12. will Solidarität mit Menschen mit HIV und AIDS fördern und Diskriminierung entgegenwirken.

Er erinnert an die Menschen, die an den Folgen der Infektion verstorben sind. Und er ruft dazu auf, weltweit Zugang für alle zu Prävention und Versorgung zu schaffen. Der Welt-Aids-Tag bekräftigt die Rechte der HIV-positiven Menschen weltweit und ruft zu einem Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung auf.

Weltweit leben etwa 38 Millionen Menschen mit HIV. Noch lange haben nicht alle Zugang zu den lebensnotwendigen Medikamenten. Und noch immer erleben Betroffene Ausgrenzung und Stigmatisierung. Ziel des diesjährigen Welt-Aids-Tags ist es, dafür zu sensibilisieren, wie wichtig ein Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung ist - und zu zeigen, dass wir alle respektvoll zusammenleben können.

Im Jahr 2023 steht der Welt-Aids-Tag international unter dem Motto „Let Communities Lead" (deutsch etwa: „Lasst die Communities führen"). Es soll daran erinnern, dass wirksame HIV-Prävention und Arbeit mit Menschen, die mit HIV leben, nur in Zusammenarbeit mit deren Communities gelingen kann. So sind zum Beispiel in manchen Ländern junge Frauen besonders betroffen, in vielen anderen Ländern benachteiligte oder verfolgte Gruppen wie schwule Männer, intravenös Drogen konsumierende Menschen, Sexarbeiter*innen oder Menschen in Haft. Sie alle müssen für sie geeignete Zugänge zu Prävention, Beratung, Testangeboten und medizinischer Versorgung haben, proklamiert UNAIDS.

„Wir können Aids beenden - wenn wir die Ungleichheiten beseitigen, die die Krankheit aufrechterhalten", sagt UNAIDS-Exekutivdirektorin Winnie Byanyima. "Um die Sicherheit aller zu gewährleisten und die Gesundheit aller zu schützen, müssen wir für Gleichheit sorgen."

Egal, ob es um den Job, Freizeit, Sexualität oder Familienplanung geht: Menschen mit HIV können heute leben wie alle anderen. Bei rechtzeitiger Behandlung lässt sich der Ausbruch von Aids verhindern. HIV ist unter Therapie auch nicht mehr übertragbar. Das sind die guten Nachrichten.
Die schlechten: Diskriminierung macht HIV-positiven Menschen das Leben oft immer noch unnötig schwer. Meist sind Vorurteile und Unwissenheit der Grund. Manche Leute fürchten nach wie vor eine Übertragung des Virus im Alltag und gehen deshalb auf Abstand, obwohl es dafür keinen Grund gibt.

 

„Ausgrenzungen und Diskriminierungen passieren leider auch bei uns in Pforzheim, Enzkreis und Landkreis Calw, weshalb ein Beratungsangebot bei Spotlight weiterhin notwendig ist", betont Claudia Jancura, Beratungsstellenleiterin. „Erschwerend kommt hinzu, dass wir in Pforzheim leider immer noch keinen HIV-Schwerpunktärzt*in haben und die Versorgung HIV-positiver Menschen nur durch Praxen in Karlsruhe und Stuttgart gewährleistet ist. Es liegt am allgemeinen Ärzt*innen-Mangel, hat aber auch etwas mit dem Thema zu tun. Auch im medizinischen Bereich hält das Stigma gegenüber HIV-positiven Menschen an. Das wird auch in unseren Beratungen immer wieder deutlich", ergänzt Denis Hasani, Berater bei Spotlight.

In Einzelgesprächen gehen wir gemeinsam mit den Klient*innen Themen an wie beispielsweise

wann und wie teile ich meiner neuen Partner*in meinen HIV-Status mit?
Wie kann ich mein Sexualleben trotz meiner Krankheit weiterhin frei ausleben?
Wie kann ich Menschen vertrauen und mich öffnen, obwohl ich das Geheimnis bzgl. meiner HIV-Infektion mit mir rumtrage?
Wie kann ich wieder selbstbewusst werden und wie kann ich mich trotz der Infektion selbst lieben?

Es sind oftmals keine medizinischen Fragen, sondern Alltagssituationen, denen HIV-positive Menschen oft angstvoll begegnen, weil sie bereits negative Erfahrungen gemacht haben.

Wir möchten das Thema HIV und vor allem Leben mit HIV am 1. Dezember in den Mittelpunkt rücken, mitten unter die Gesellschaft und freuen uns, dass wir an verschiedenen Orten in Pforzheim präsent sein dürfen: in der PZ-Hütte auf dem Weihnachtsmarkt, im rex-filmpalast, ab 17-20 Uhr zum Checkpoint (Testung auf HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen) in den Räumen unserer Beratungsstelle, mit einem Test-Angebot in der Hochschule Pforzheim sowie an vielen Schulen in Pforzheim, Enzkreis und Landkreis Calw. Es beteiligen sich dieses Jahr X Schulen an der Rote-Schleifen-Aktion. Das freut uns ganz besonders, dass Schüler*innen sich für dieses Thema interessieren und ihr Wissen an ihre Mitschüler*innen weitergeben. Die ganze Stadt Pforzheim wird wieder ein Zeichen der Solidarität setzen, denn der Sparkassenturm und das Rathaus werden rot angestrahlt und die Aidsschleife ist zu sehen.

Unsere Veranstaltungen rund um den Welt-Aids-Tag sollen eine entstigmatisierende Wirkung auf Menschen haben. Wir bemühen uns dadurch, dass defizitäre Bild einer HIV-Infektion mit einem weniger stigmabehafteten und realistischen Bild zu ersetzen. Als ehemalige Aidshilfe (jetzt Spotlight Pforzheim) sehen wir die Prävention als eine der wichtigsten Säulen der aktivistischen Arbeit. Die Aidshilfe hat eine lange Geschichte der Aufklärung bezüglich HIV und Geschlechtskrankheiten und wir freuen uns, diese Geschichte weiterführen zu dürfen.
Wir freuen uns mit Ihnen auf dem Weihnachtsmarkt ins Gespräch zu kommen!

Daten & Fakten weltweit
Weltweit leben etwa 39 Millionen Menschen mit HIV.
Gut drei Viertel der Menschen mit HIV erhalten Medikamente - etwa ein Viertel also nicht.
2022 starben weltweit 630.000 Menschen an den Folgen von HIV/Aids.
Seit Beginn der Epidemie sind mehr als 40 Millionen Menschen an den Folgen von Aids gestorben.
Am stärksten betroffen ist das südliche Afrika. In Osteuropa und Zentralasien ist die Zahl der Infektionen in den letzten Jahren gestiegen, zugleich haben prozentual viel weniger Menschen Zugang zur HIV-Therapie.
Die Corona-Pandemie hat die Maßnahmen gegen HIV/Aids zurückgeworfen, zum Beispiel weil Gesundheitssysteme überlastet waren. Auch die medikamentöse Versorgung wurde teilweise eingeschränkt oder unterbrochen.
Stand: Ende 2022, Quelle: UNAIDS


Daten & Fakten Deutschland
In Deutschland leben rund 90.800 Menschen mit HIV.
2021 haben sich 1.800 Menschen neu mit HIV infiziert. Tendenz in den letzten Jahren: sinkend.
96% der Menschen mit HIV-Diagnose nehmen HIV-Medikamente.
Rund 8.600 Menschen in Deutschland wissen nichts von ihrer Infektion und erhalten deswegen keine Behandlung.
Deswegen erkranken immer noch rund 800 Menschen pro Jahr an Aids oder einem schweren Immundefekt - obwohl es vermeidbar wäre.
Etwa 32.000 Menschen sind bisher in Deutschland an den Folgen von Aids gestorben
Stand: Ende 2021, Quelle: Robert Koch-Institut

PM

29.11.2023

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