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16. Mai 2022

Demokratie und Aktion

Verleihung Whistleblower-Preis in Karlsruhe am 15.10. 2015

Bild: Die Preisträger mit Blumenstrauss (Foto : R. Neff)

Ehemaliger US-Drohnenpilot sowie ein französischer Molekularbiologe in Karlsruhe mit dem Whistleblower-Preis ausgezeichnet

Der ehemalige US-Drohnenpilot Brandon Bryant und der Molekularbiologe Gilles-Eric Séralini von der Universität Caen (Frankreich) wurden am Freitagabend im Karlsruher Rathaus zu mit dem Whistleblower-Preis 2015 der IALANA und VDW geehrt. Der Ehrenpreis ging an den von Nationalsozialisten verfolgten deutsch-französischen Physiker Léon Gruenbaum.
Verschiedene Lautadoren, darunter auch Christine von Weizsäcker lobten den Mut und die Entschlossenheit der Geehrten , als Whistleblower gesellschaftliche Misstände und Gesetzesverstöße in Firmen und Behörden aufzudecken.
Darunter waren eingangs der Karlsruher OB Frank Mentrup, der auch auf die Rolle der Stadt als Residenz des Rechts hinwies, Karlsruhe hat vor, einen Menschenrechtsplatz einzurichten (nahe der Zentralen sammelstelle für Flüchtlinge -ZAST- beim Meßplatz gibt es auch ein Menschenrechtszenrum)

Der ehemalige US-Airforce-Soldat Brandon Bryant war in den Jahren 2006 bis 2011 als Drohnenpilot im Einsatz. Von den USA aus steuerte er Einsätze von Kampfdrohnen und war daran beteiligt, Menschen gezielt zu töten. Im Juli 2011 schied er asu Gewissensgründen aus den US-Streitkräften aus und deckte 2012 auf, wie der globale Drohnenkrieg geführt wird. Auch die zentrale Funktion der Relaisstation Stuttgart und des "Air and Space OPs Center (AOC)" in der US-Air-Base Ramstein (Rheinland-Pfalz) enthüllt .
In seiner Dankesrede erzählte der ehemalige Drohnenpilot von einem Vorfall, der seinen Ausstieg aus der Army anstieß: Er habe auf seinem Monitor eine Gruppe von Menschen gesehen, die als Target (Ziel) dienten, plötzlich sei eine weitere gestalt ins Bild gelaufen. Er habe noch einen Kollegen gefragt was das sei, der habe gesagt, wohl ein Hund, kurz danach sei die von der Drohne abgeschossene HELLFIRE-Rakete
auf das Ziel eingeschlagen..

Biologe deckt Tumorbildung von Herbiziden auf

Der Franzise Gilles-Eric Séralini hatte als Wissenschaftler an der Universität Caen als erster die Giftigkeit und die tumorauslösende Wirkung des weltweit am häufigsten verwendeten Herbizids "Roundup", im Tierversuch festgestellt. Nach Veröffentlichung seines Forschungsberichts im Jahre 2012 in der Zeitschrift "Food and Chemical Toxicology" (FCT) wurde er in einer Kampagne aus der Chemieindustrie sowie von dem von der Industrie z. T. finanzierten "British Science Media Centre" heftig angegriffen. Das führte dazu, dass die Veröffentlichung zurückgezogen wurde. Séralini gelang es, seine Studie 2014 über Zulassungsschwächen der Herbizide in einer anderen Zeitschrift zu veröffentlichen und somit für die wissenschaftliche Analyse und Nutzung zu erhalten.
Er wurde in einer Reihe von deutschen Zeitungen wie FAZ, Süddeutsche oder der Zeit für seine wissenschaftlichen Thesen kritsiert und auch mit Prozessen überzogen.


Der Posthum Preisträger Léon Gruenbaum, war in den 1970er Jahren als Physiker am früheren Kernforschungszentrum Karlsruhe (KfK) beschäftigt. Er deckte zusammen mit dem Ehepaar Serge und Beate Klarsfeld die NS-Vergangenheit des damaligen Geschäftsführers des KfK Karlsruhe, Dr. Rudolf Greifeld, auf. Dr. Greifeld war im Krieg als hoher Beamter der NS-Zwangsverwaltung in Paris eingesetzt. Nach dem Krieg machte er im Kernforschungszentrum eine steile Karriere. Philipp Sonntag hielt als Laudator auf Léon Gruenbaum eine bewegende Rede. Er schilderte auch wie Léon Gruenbaum bereits als Kind als Jude unter den Nazis zu leisten hatte und auch nachdem Krieg am Kernforschungszentrum von Dr. Greifeld schikaniert fühlte. Dr. Greifeld war maßgeblich am deutschen Atomprogramm beteiligt, das auch
den Aufbau der argentinischen Atomwirtschaft beteiligt war. Unter Franz-Josef Strauß war auch der deutsche Griff nach der Atombombe im Gespräch?
Dazu wurde eine Videobotschaft des Nazi-Jägers Serge Klarsfeld zugeschaltet. Der Jurist Klarsfeld hatte zusammen mit seiner Frau Beate mit geholfen, nachdem Krieg zahlreiche Nazis zu enttarnen. Das Ehepaar wurde dafür mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Die Preisverleihung nahmen zum Schluß der Veranstaltung im vollbesetzten Bürgersaal des Karlsruher Rathauses Ulrich Bartusch für VDW und Otto Jäckel für die iALAN vor.

Es folgte ein kleiner Empfang. 

Musikalisch begleitet wurde der Abend furios durch Malika Reyad (Mezzosopran) sowie You-Kyong am Klavier u.a. mit den Stücken "Sure on this shining Night " von Samuel Barber und "Auf Flügeln des Gesanges" von Felix Mendelssohn Bartholdy.
ron

17.10.2015

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