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16. Mai 2022

Demokratie und Aktion

Solidarität ist Zukunft - Maikundgebung des DGB 2021 in Pforzheim

Bild: Am MiIkrofon: Holger Egger, ehrenamtlicher Vorsitzender Ver.di Baden-Württemberg (Foto: ron)

Rund 100 Teilnehmer versammelten sich erstmals wieder auf dem Pforzheimer Marktplatz unter Corona-Auflagen, um gemeinsam den Kampftag der Arbeitnehmer zu begehen. (2020 war ja auch diese traditionelle Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie ganz ausgefallen.)
die Eröffnungsansprache hielt der ehrenamtliche DGB-Vorsitzende Pforzheim/Enzkreis Franz Herkens, der unter den Teilnehmern u.a. auch neben Katja Mast (MdB, SPD) die MdL Stefanie Seemann (Bündnis90/Die Grünen) sowie seinen Sohn Felix begrüsste, der ja dem AfD-Platzhirsch Bernd Grimmer das Direkt-Mandat entriss. OB Peter Boch ließ sich wegen der aktuell mal wieder hohen Coronafallzahlen in Pforzheim entschuldigen. Franz Herkens sagte zu den Teilnehmern: „Wichtiger ist Solidarität in der Corona-Krise. Nicht das Ich, sondern das Wir kann die Zukunft gestalten. Diese Krise kann nur gemeinsam bewältigt werden."
Kritik gab es weiterhin auch von der 1. IG-Metall Bevollmächtigten Liane Papaioannou am laufenden Tarifkampf in der Edelmetallindustrie und im Kfz-Handwerk, wo offenbar sogar Samstagarbeit wieder droht, Streiks demnächst wohl nicht ausgeschlossen?Weiterer Redner war der Landesvorsitzende der Gewerkschaft NGG Elwis Capece, ein Hauptakteur im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen im Schlachthof Birkenfeld, dem laut Capece fünfgrössten Schlachthof in Deutschland nach Tönnies und Co. Inzwischen seien dort Zeitarbeitsverträge so gut wie nicht mehr vorhanden, auch die Wohnverhältnisse hätten sich für die externen Mitarbeiter verbessert. Kritisiert wurde aber, dass Fa. Müller hier die Kosten für die Unterbringung in der Quarantänezeit nicht voll übernehmen werden wird, da bleibt wohl ein hoher Betrag am Steuerzahler hängen? Der Betriebsrat bei Müller sei „eher ruhig," geblieben , denn sein „Verdienst sei wohl höher als der anderer Beschäftigter..
Weiter ging es mit dem ehrenamtlichen Vorsitzenden von Ver.di und Personalratsvorsitzenden des Landratsamtes Enzkreis, Holger Egger, der die Hauptrede hielt. Er schlug eine Bogen von der Pandemie zu den Querdenkern, die ja sonst immer am Samstag den Marktplatz für sich beanspruchen, er sagte dazu:
„Wir lassen uns unseren Feiertag nicht nehmen, nicht von Feinden der Demokratie und nicht von selbst ernannten Querdenkern. Im Unterschied zu denen achten wir auf den Gesundheitsschutz für uns und unsere Mitmenschen. Das ist gelebte Solidarität!"
Egger kritisierte auch die Ungleichheit in der Pandemie, wenn Gutverdiener im sicheren Homeoffice sitzen würden, die unteren Einkommensschichten durch Kurzarbeit am Rande des Existenzminimums leben müssten. Auch verteidigte er die Finanzierung der Coronalasten durch Aufnahme neuer Schulden durch den Staat, er forderte die Wegnahme der Schuldenbremse, der Staat ist weiterhin in der Lage seinen Verpflichtungen nachzukommen.
Und Deutschland ist ein vermögendes Land, siehe nur die vielen Superreichen hier mit Milliardenvermögen, Solidarität ist hier wichtig, durch eine entsprechende Besteuerung. Im öffentlichen Dienst ist in den letzten Jahren viel Personal eingespart worden , das zeige sich jetzt auch negativ in der Pandemie. Die Gewerkschaften schauen zurück auf 150 Jahre Geschichte, wichtig ist auch eine Stärkung durch Mitgliedschaft, auch der Eintritt von Soloselbständigen in die Gewerkschaften sei möglich, auch um ihre beruflichen Interessen zu wahren. Störedn war mal wieder das bekannte Glockenspiel von Pforzheimer Rathaus, das den Rednern einige Pausen abverlangte..

Musik kam auf der Gitarre und vocal von Milan Kopriva, u.a. mit dem ehemaligen italienischen Partisanenlied Bella Ciao, eine der Hymnen der antifaschistischen, anarchistischen, kommunistischen und sozialdemokratischen Bewegungen und abschließend noch die „Internationale," wobei doch einige Teilnehmer mitwippten oder gar summten..

 

 

02.05.2021

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