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23. Mai 2022

Demokratie und Aktion

Rund 900 Teilnehmer bei Anti-Rechten-Demo in Pforzheim am 11. Mai 2019

Bild: DGB-Landesvorsitzender Martin Kunzmann auf dem Podium engagiert gegen Rechts..

Ein Großaufgebot von Polizei schützt Neonazis der Partei Die Rechte vor Gegendemonstranten die unter dem Titel „Festung Europa schützen „ beworben wurde..

Die von der neonazistischen Partei Die Rechte angemeldete Demonstration wurde trotz dreier Eilanträge u.a. von SPD, Linke und WiP von der Stadt genehmigt (OB Boch sagte sinngemäß, „wir müssen neutral bleiben"..) wenn auch auf einem stark gekürzten Weg in der östlichen Innenstadt.Flankiert wurde die Demonstration durch zwei Großveranstaltungen von Demonstrationsgegnern in der nordöstlichen und westlichen Innenstadt, auf dem Marktplatz fand zusätzlich das „Europäische Kinderfest" statt, wo auch OB Peter Boch sprach.
Auf dem abgesperrten Bahnhofsvorplatz viel Polizei, mitten drin ein Häuflein Rechter, weitaus weniger als 100 Mann, nichts war zu sehen, von dem im Internet großspurig angekündigtem „schwarzweißroten Flaggenmeer".. Also recht blamabel für die Veranstalter, dafür von den Sicherheitsmaßnahmen her gesehen „großes Kino"..
Dagegen eine riesige, bunte Menschenmenge des Bündnis Pforzheim nazifrei, geschätzt rund mehr als 900 Demonstranten.
Vielfältige Teilnehmerzahl an der Gegendemo, darunter u.a. auch erstmals Mitglieder von CDU und Junge Union, jüdischer Gemeinde, Gewerkschafter, SPD, WiP, Linke, Autonome , Antifa..
Unterstützt wurde das Bündnis Pforzheim Nazifrei zuvor von rund 600 Menschen, darunter von Udo Lindenberg, Konstantin Wecker, Walter Sittler
Marsch der lautstarken Gegendemo erfolgte durch die teilweise komplett gesperrte/gesicherte Stadt, Abschluß erfolgte später auf einer mobilen Bühne am Bahnhof
Auf dem Podium waren u.a.: Gerhard Brändle, Moderator Gerhard Baral, Martin Kunzmann (DGB-Landesvorsitzender), der in seinem Beitrag auch die Entscheidung im Rathaus scharf kritisierte, die Demo der Rechten zu genehmigen. Und beklagte, dass sich Ewiggestrige wieder an die Öffentlichkeit wagen, rassistische Parteien in die Parlamente einziehen..
Davor viele Menschen , es waren auch israelische Flaggen zu sehen..
Weiterhin sprachen bei teilweise starkem Regen Hubertus Welt , Aktion Werte Vielfalt Nordschwarzwald, eine Rednerin vom Kinderschutzbund, Christiane Quincke, Dekanin ev. Kirche, plädierte für Nächstenliebe („Haß ist stärker als Liebe, wir lieben auch die Rechten „ und die auch die diffamieren Plakate der Rechten kritisierte, die besser „entfernt werden sollten"..) Grandios auch Kabarettist Peter Grohmann aus Stuttgart, mit seinem Witz „10 Deutsche sind dümmer als 5 Deutsche", erzählte die Parabel von einer Familie Fleischmann, die ihre Metzgerei in der NS-Zeit verloren, dafür später nach dieser Enteignung die Bäckerei Laible entstand . Man müsse aufstehen, um die Würde des Menschen zu verteidigen..
Musik kam von Dieter Huthmacher (u.a. Lied „Stolpersteine"), Roland Bliesener, (Keyboard), Hans Draskowitsch (Saxofon)
Auf dem Antirapodium: Lea (Falken) sprach sich auch gegen die Demo der Rechten aus und gegen das völkische Weltbild (in Sichtweite der Rechten)
Glocken läuteten beim Aufmarsch der Rechten zum Bahnhof, eher ein Mißerfolg für die Rechten, im Bahnhofsgebäude sah man mehrere kaputte Scheiben, wobei nicht klar war, wodurch die Scheiben zu Bruch gingen. Am Ausgang zum Gleis 1 viel Polizei, mehrere Demonstanten versuchten nach aussen zu gelangen, dabei gab es kleinere „Kabbeleien" mit den Sicherheitskräften, ansonsten verlief die Demo relativ friedlich.
Für die Autofahrer gab es längere Staus u.a. auf der Güterstrasse, Busbenutzer konnten ab Christophallee erst wieder am Turnplatz wieder aussteigen (Linie 2). „ Ein Unding" schimpfte eine ältere Frau, die mit Koffer zum Bahnhof wollte, man hätte halt auch am Landratsamt eine Ersatzhaltestelle einrichten sollen. Auch ein Notarztwagen hatte einige Mühe durch die verstopfte Güterstrasse Richtung West zu fahren.

 

13.05.2019

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