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23. Mai 2022

Demokratie und Aktion

NS-Kriegsverbrecher in Engelsbrand geehrt

Bild: Opferehrung in Marzabotta (Foto: Resistenza)

Italien reagierte  empört auf Auszeichnung eines früheren SS-Mannes in Baden-Württemberg. Wilhelm Küster war am Massaker von Marzabotto beteiligt


 

Die italienische Öffentlichkeit hat empört auf die Ehrung eines früheren SS-Mannes  reagiert.  Engelsbrand hat Wilhelm Küster mit der Medaille »Ehrenvoller Bürger« ausgezeichnet. Im Herbst 1944 gehörte dieser der Aufklärungsabteilung der 16. SS-Panzergrenadierdivision »Reichsführer SS« an, die in der Apenninengemeinde Marzabotto bei Bologna ein Massaker an Hunderten Zivilisten verübte. Vom 29. September bis 5. Oktober waren damals die SS-Männer durch Marzabotto gezogen, hatten die Häuser niedergebrannt, die Tiere getötet und alle Einwohner ermordet. Es war eine Vergeltungsaktion für neun Deutsche, die bei Gefechten mit der Partisanenbrigade »Stella Rossa« (Roter Stern) getötet worden waren. Unter den 770 namentlich bekannten Opfern des Verbrechens befanden sich 213 Kinder unter zwölf Jahren, 142 ältere Männer, 316 Frauen und fünf Priester. Bei allen handelte es sich um Zivilisten, kein einziger Partisan befand sich in Marzabotto. Ein Pfarrer und die Gläubigen wurden während des Gottesdienstes in der Kirche eingeschlossen und mit Handgranaten niedergemetzelt. Nur zwei Kinder, eines sechs und eines acht Jahre alt, überlebten das Massaker versteckt unter den Leichenbergen.

2008 wurde Küster von einem Militärgericht in Rom für seine Beteiligung zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Kommandeur der Abteilung, SS-Sturmbannführer Walter Reder, war schon 1951 in Bologna zu dieser Gefängnisstrafe verurteilt worden und saß bis 1985 in Haft. Feldmarschall Albert Kesselring, der als Oberbefehlshaber im Mittelmeerraum die Massenmorde angeordnet hatte, wurde nach dem Krieg durch ein britisches Gericht u. a. wegen der Verbrechen in Italien zum Tode verurteilt, die Strafe wurde später in lebenslange Haft umgewandelt, aus der Kesselring bereits 1952 entlassen wurde.

 

 Kommentar:

Die Gemeinde Engelsbrand am Rand des Schwarzwaldes hat es in den letzten Jahren zu einem eher zweifelhaften Ruhm als Wohnort
des umstittenen, inzwischen verstorbenen Unternehmers Dr. Manfrid Dreher gebracht. Dreher hatte mal die Elite der weltweiten  Holocaustleugner 1991 nach Pforzheim zu einem Vortrag eingeladen, darunter auch Dr. David Irving, der vor einiger Zeit in Österreich in Haft war. Nun droht neuer Ungemach, denn die Gemeinde hat offenbar einen dort wohnenden ehemaligen Kriegsverbrecher geehrt haben.
Der Fall gleicht dem des SS-Angehörigen Ludwig Göring aus Ittersbach, der am Massaker in St. Anna die Stemezza in der Toskana beteiligt war und trotz Verurteiliung in Italien seinen Lebensabend in seiner Heimatgemeinde unbehelligt verbringen konnte. In Ittersbach hat man ihn als ruhigen Bürger in Erinnerung, der im Obst- und Gartenbauverein aktiv war und dafür geehrt wurde. ein Bürger meinte mal, " man solle die Vergangenheit ruhen lassen"andere hätten uns doch auch schlimmes angetan". Eine doch sehr vereinfachende  Weltsicht.. 

Bundespräsident Johannes Rau hatte sich für das Massaker von Marzabottabereits 2002 entschuldigt, ebenso wie  Joachim Gauck, der sich 2013 mit dem italienischen Staastspräsidenten in St. Anna di Stemezza zu einer Versöhnungsfeier getroffen hatte. 

Die Frage bleibt, ob sich die Gemeinde nun zu einer Revision der Ehrung entscheidet, was wohl eher fraglich ist?

Opferverbände hatten nach den Urteilen von La Spezia gegen die Täter die Untätigkeit in Deutschland als " verhindernde Ermittlung" bezeichnet..

 

Quelle u.a. junge welt, ER

 

 

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