Rubrikübersicht | Impressum | 06. Oktober 2022


Demokratie und Aktion

Interaktive Stele zum Widerstand in der Pforzheimer Region offiziell eingeweiht

Bild: Die interaktive Stele an der Pforzheimer Bahnhofstrasse beim Bezirksamtturm, v.l. OB Peter Boch; Gerhard Brändle, Brigitte Brändle

Die interaktive Stele an der Pforzheimer Bahnhofstrasse beim Bezirksamtturm, v.l. OB Peter Boch; Gerhard Brändle, Brigitte Brändle

Rund 150 Teilnehmer waren am 8. Mai 2019, dem Jahrestag des Kriegsendes 1945, bei strömenden Regen in die Bahnhofstrasse gekommen,  um bei der Steleneröffnung zum Gedenken an die WiderstandskämpferInnen unserer Region teilzunehmen. Darunterauch die Initiatoren, das Ehepaar Gerhard und Brigitte Brändle, Andrew Hilkowitz, Jürgen Schroth, Frank Neubert, Hans Ade war krankheitsbedingt verhindert .

OB Peter Boch eröffnete die Gedenkveranstaltung und erinnerte an den Mut der Widerstandskämpfer , den Kampf für die Menschenwürde. Das Ehepaar Gerhard und Brigitte Brändle aus Karlsruhe, erläuterte an Hand von Fotos auch den Leidensweg von diversen Widerstandskämpfern, kleine Leute, die den Mut hatten, auch anderen zu helfen, um Juden zu verstecken. Rund 700 Menschen wurden in akribischer Arbeit u.a. in Archiven ermittelt, darunter auch viele Frauen, die auch Widerstand leisteten und später in der offiziellen Geschichtsschreibung oft nicht erwähnt wurden. So gibt es z.B. in Ispringen eine Otto-Riehm-Strasse, seine Frau wurde aber nicht geehrt.
Es waren Gewerkschafter, Sozialdemokraten, Kommunisten, Demokraten, Zeugen Jehovas, die Widerstand leisteten, oft mit harten Entbehrungen , Zuchthaus oder KZ büssen mussten.
Auch französische Widerstandskämpfer wie Rosa Storck, Reseau Alliance wurden erwähnt,
die Ende 1944 vom SS-Kommando unter Führung von Julius Gehrum (Tiefenbronn) nahe dem heutigen Wildpark ermordet und dort verscharrt wurde. Andere konnten entkommen und wieder in ihre Heimat zurückkehren. Erwähnt wurden auch die Gewerkschafter Wilhelm Künzler und Hermann Rapp, letzterer wurde nach 1945 DGB-Kreisvorsitzender, Mitbegründer der AOK, SPD-Gemeinderat und AWO-Mitglied.
Musik u.a. die Europahymne kam von der Jugendmusikschule, zum Schluß sangen alle noch das bekannte Lieder „Die Gedanken sind frei" aus den Zeiten des Vormärz 1848/49.
Bereits 1979 gab es einen Gemeinderatsbeschluß, alle Widerstandskämpfer auch öffentlich zu ehren, es sollte fast 50 Jahren dauern bis nun in der Amtszeit von OB Peter Boch das Vorhaben endlich verwirklicht werden konnte.

(An der Stele ist unten ein QR-Code angebracht, der Zugang zu einem Archiv ermöglicht, das laufend aktualisiert wird.) 

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