Rubrikübersicht | Impressum | 29. September 2022


Demokratie und Aktion

Eindrucksvolle Aktionen am 23.02. (Tag der Zerstörung Pforzheim ) gegen die Nazifackelmahnwache in Pforzheim

Bild: Demonstranten kurz vor der Absperrung auf dem Wartberg-Plateau

Demonstranten kurz vor der Absperrung auf dem Wartberg-Plateau

Rund 450 Demonstranten hatten sich am HBF versammelt, es gab mehrere Reden
von Magda von den Falken (im Anhang) und Christof Grosse (IgR) die sich kritisch mit der Nazifackelmahnwache am Tag der Zerstörung von Pforzheim im zweiten Weltkrieg auseinandersetzte. Seit mehr als zwanzig Jahren gibt es bereits diese alljährliche Aktion des rechtsextremen FHD. Dazwischen immer wieder "Alerta, Alterta" Rufe.. Auch dabei war eine Abordnung der Initiative "Omas gegen Rechts aus Kandel, dass ja aktuell durch seine rechten Aufmärsche bundesweit traurige Bekanntheit erlangte. Danach zog der Tross zum Wartberg,, wo die Demonstranten es schafften bis zur Absperrung kurz vor der Fackelmahnwache durchzukommen, dort gab es ein friedliches Happening, umrahmt von einem Höhenfeuerwerk, was Aufsehen erregte. Unten in der Stadt, am Marktplatz versammelte sich ebenfalls eine grössere Gruppe von Menschen, ausgerüstet mit Kerzen, um dem Rednern auf dem Podium der Stadt zu lauschen. darunter war neben der DGB-Regiosekretärin Susanne Nittel, die auch vor den Naziumtrieben hier warnt. Und es wurde kritisiert, dass am 11. Mai 2019 die Kleinstpartei Die Rechte in Pforzheim eine ganztägige Aktion gegen eine angebliche "Überfremdung" abhalten will.. Auf dem Podium sprach auch eine Migrantin, die mit einem überfüllten Schlauchboot nach Europaübersetzte und nun in Pforzheim Asyl bekam; sie bedankte sich auch für die freundliche Aufnahme hier. Eine WiP-Rednerin erzählte, vom Schicksal ihres Vaters , der mit 18 Jahren in den Krieg ziehen musste. Untermalt wurde die Veranstaltung von einem Rumpfduo der Gruppe Subtext, zwei Mitglieder fehlten, wegen Krankheit bzw. Verhinderung. Später gab es noch eine grössere offizielle Veranstaltung der Stadt mit Lichtermeer vor und 400 Teilnehmern, bei der auch OB Peter Boch sprach: Es gilt künftig für uns Nachgeborene, die Erinnerung an Pforzheim am 23. Februar 1945 und an das damit verbundene Leid zu bewahren", sagte Boch. Und es sei unsere Aufgabe, diese Verantwortung für uns und unsere Zukunft wahrzunehmen. Der 23. Februar solle auch für die Nachgeborenen Teil der Erinnerung und des Lebens sein.
Im O-Ton der Text der antifaschistischen Rede am Hauptbahnhof zum 23.02. :
Heute stehen wir, wie jedes Jahr hier um gegen die alljährlich stattfindende
Fackelmahnwache des offen nationalistischen Vereins "Freundeskreis Ein Herz für
Deutschland" und der von überall her dazu anreisenden Nazis auf dem Wartberg
zu demonstrieren.
Doch soll dieser Tag, dieser Protest heute nicht ausschließlich gegen die Nazis dort
oben auf dem Berg sein sondern er soll auch ein klares Zeichen gegen den
spürbarer Rechtsruck in unserer Gesellschaft sein.
Einen Rechtsruck den wir auch hier in Pforzheim zu spüren bekommen.
Der sich zum Beispiel bei den Bundestagswahlen 2017 deutlich gezeigt hat, als die
AFD in Pforzheim 19,4% der Stimmen bekommen hat.
Last uns darauf hinarbeiten, das dies bei den Europa- und Kommunalwahlen im
Mai nicht wieder der Fall sein wird. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen das
Parteien wie die AFD hier in Pforzheim und auch anders wo nicht noch mehr
politischen Einfluss bekommen.
Doch dies wird nicht einfacher sein.
Ich hoffe, uns ist allen bewusst: auch hier in Pforzheim wird antifaschistische Arbeit
nicht gerne gesehen wir und diese oft behindert. So wurden im Vorfeld Plakate mit
dem Aufruf heute hier mit zu demonstrieren sowie von den Konzert gegen Rechts
das letzte Woche stattgefunden hat von den Kultursäulen in der Stadt abgerissen.
Insgesamt müssen wir feststellen, dass die staatlichen Organe wie Polizei und
Verfassungsschutz bei der Aufklärung von rechten Straftaten zu zögerlich sind.
Doch dies sollte uns nicht abschrecken, antifaschistische Bündnisarbeit zu leisten.
Im Gegenteil: Wir müssen um so geschlossener und so breit wie möglich auftreten.
Ob zum Beispiel Kirche, Partei, Genwegschaft, Jugendverband oder Antifa Gruppe.
Wenn es um das Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus sowie den
Einsatz für Menschenrechte geht müssen wir zusammen stehen. Heute stellen wir
uns gemeinsam dem Naziaufmarsch entgegen, um ihn zu behindern.
Doch dabei soll von uns keine Gewalt und keine Eskalation ausgehen.
Wir sind solidarisch mit allen, die unsere Ziele teilen. Für eine Offene und
Solidarische Gesellschaft.

25.02.2019

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