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Demokratie und Aktion

Antifaschistischer Stadtrundgang in Pforzheim gut besucht..

Bild: Polizeifoto der von den Nazis ermordeten ehemaligen Werkstudentin Oda Schottmüller (Foto: ron)

Polizeifoto der von den Nazis ermordeten ehemaligen Werkstudentin Oda Schottmüller (Foto: ron)

90 Jahre Machtübergabe an die Nazis

Rund 50 Menschen hatten sich am Eingang zur FHG Pforzheim am 29.01.23 versammelt zu einem antifaschistischen Stadtrundgang mit Gerhard und Brigitte Brändle sowie Jürgen Schroth, Ex-DGB-
Vorsitzender Pforzheim-Enzkreis. An der Kunst und Werkschule, der Vorläuferin der FHG, war einst die spätere Künstlerin und Widerstandkämpferin Oda Schottmüller gewesen. Oda war in Berlin dann in der "Roten Kapelle" aktiv, die auffllog, Oda und weitere Widerständler wurden dann gefasst und hingerichtet, ihre Körper der Anatomie überlassen, es gibt keine Gräber, jedoch eine Oda Schottmüller-Strasse. Eine Gedenktafel oder auch ein Stolperstein wäre das mindeste hier an dieser Stelle, meinte auch Referent Gerhard Brändle.
Erwähnt wurde auch der Chemienobelpreisträger Prof. Heinrich-Wieland aus Pforzheim , der Verfolgten Schutz bot und auch Angehörigen von Widerstandsgruppen wie der "Weissen Rose" Unterstützung zukommen ließ.
Weitere Stationen waren die Sophienstrasse, wo früher Edith Rosenblüth lebte, die ins KZ Gurs deportiert, aber mit Hilfe des Widerstands fliehen konnte. Bei der Druckerei Layer an der Holzgartenstrasse wude ein weitere Halt gemacht, auch in der Kreuzstrasse in einer ehemaligen Tankstelle. Auf der Insel
zwischen Nagold und Enz wurden weitere Schicksale aus dieser dunklen Zeit erzählt, auch in Sichtweite des ehemaligen DGB-Hauses, das nächster Halt war auch vom Bettengeschäftbesitzer August Weik, der ins KZ Dachau verschleppt wurde. Kurz nach der Machtübernahme hatten die Nazis die Gewerkschaftshäuser gestürmt und geplündert, Inventar wie die Arbeiterbibliothek auf dem Marktplatz verbrannt, im Rahmen der reichsweiten Bücherverbrennung, wie Jürgen Schroth erläuterte. Letzte
Haltestelle war dann bei der heutigen Alfons-Kern-Schule im Hinterhof an einem bekannten Imbiss, wo auf diverse Gaststätten hingewiesen wurde, die neue Besitzer und Namen bekamen, vorher ein SPD-Lokal, später dann das "braune Eck" unter NSDAP-Regie. Es wurde auch auf das Schicksal der Zwangsarbeiter hier hingewiesen, darunter auch eine verschleppte Ukrainerin, denkwürdig auch angesichts des traurigen Jubiläums am 24.02. von einem Jahr Putin-Krieg gegen die Ukraine...
(Lauter Beifall war der Lohn für die Referenten)

31.01.2023

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