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Videovortrag von Ronen Steinke: Terror gegen Juden

(07.07.2021 - 19:33)


Videvortrag bei der jüdischen Gemeinde Pforzheim />

Eine Veranstaltung im Rahmen des Festjahres 2021: »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland«. Mit freundlicher Unterstützung der IRG Baden.


Der Staat hat zugelassen, dass es so weit kommt - durch eine Polizei, die diese Gefahr nicht effektiv abwehrt, sondern verwaltet; durch eine Justiz, die immer wieder beschönigt. Der jüdische Autor und Journalist Ronen Steinke, selbst Jurist, ist durch Deutschland gereist und erzählt von jüdischem Leben im Belagerungszustand. Er trifft RabbinerInnen und Polizisten, konfrontiert Staatsschützer, Geheimdienstler und Minister mit dem Staatsversagen. Viel muss sich ändern in Deutschland. Was zu tun wäre, erklärt dieses Buch.

Der jüdische Buchautor Ronen Steinke , war zu Gast bei einer Videokonferenz der jüdischen Gemeinde Pforzheim. Ronen Steinke ist Redakteur und Autor der Süddeutschen Zeitung. Seine juristische Doktorarbeit über Kriegsverbrechertribunale von 1945 bis heute wurde von der FAZ als »Meisterstück« gelobt. Im Piper Verlag erschien seine Biografie über Fritz Bauer, den mutigen Ermittler und Ankläger der Frankfurter Ausschwitz-Prozesse, die mit »Der Staat gegen Fritz Bauer« 2015 preisgekrönt verfilmt und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Im Berlin Verlag erschien 2017 das hochgelobte Buch »Der Muslim und die Jüdin. Die Geschichte einer Rettung in Berlin«.
Hintergund des Vortrags war auch sein Buch „Terror gegen Juden" das er vorstellte. In Deutschland hat man sich an Zustände gewöhnt, an die man sich niemals gewöhnen darf: Jüdische Schulen müssen von Bewaffneten bewacht werden, jüdischer Gottesdienst findet unter Polizeischutz statt, Bedrohungen sind alltäglich.
Ronen Steinke kritisierte das Staatsversagen u.a. bei den NSU-Morden, das Oktoberfest-Attentat (13 Tote) durch einen der rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann nahestehenden Attentäter aus Donaueschingen, ein Mordanschlag auf ein jüdisches Rabbinerehepaar in Erlangen, der Attentäter konnte in den Libanon entkommen, von dort verlor sich seine Spur. Auch die furchtbaren Brandanschläge in Solingen, Mölln usw. wurden erwähnt . Der bei uns vorherrschende Antisemitismus kommt hauptsächlich von Linksradikalen , Tupamaros, Islamisten, Neonazis..In Berlin gab es in der 70er-Jahren mal einen Brandanschlag auf eine jüdische Einrichtung, der Täter, soll später sogar prominenter Abgeordneter der Grünen dort geworden sein, niemand hätte sich hier von ihm distanziert?
Beispiel für radikalen Antisemitismus war zuletzt Anschlag auf die Synagoge von Halle, (Thüringen) , wobei eine alte Holztür dem Schußwaffengebrauch eines Neonazis zum Glück standhielt, der zwei unbeteiligte Menschen tötete. (Polizeischutz war zuvor für die Synagoge abgelehnt worden) Juden können in Deutschland nicht mehr mit ihrer Kipa (Kopfbedeckung) unbeschadet auf die Strasse gehen, auch z.B. eine Kette mit einem Davidstern am Hals kann gefährlich sein. Probleme wie der Gazakrieg gelangen nach Deutschland und führen hier zu Unruhen auf den Strassen, wobei hier auch islamische Verbände eine eher zweifelhafte Rolle spielen, wo man sich nach außen moderat gäbe, Imame würden aber oft ganz anders predigen. Staat und Polizei müssen mehr machen wie bisher, damit Juden wieder friedlich leben können. Es gab auch Fragen aus dem Zuschauerkreis , was kann man z.B. vor Ort machen, wo Vertreter der Neonazipartei Die Rechte im Wahlkampf vor der jüdischen Synagoge mit Parolen („Die Juden sind unser Unglück") und Plakaten polemisiert hatten?




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