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Stolpersteine aus dem Elsass...

(17.10.2009 - 13:03)


Massengrab von 25 in Pforzheim im Jahr 1944 ermordeten französischen Widerstandskämpfern in einem Bombenloch..

Goergens, Hans-Peter:
Chemin de la Mémoire et des Droits de l'Homme

(Quelle: Stattweb.de) 

(Quelle: www.stattweb.de)
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In Frankreich beginnt eine Vernetzung von Gedenkstätten, beginnend in Schirmeck über Rothau, Natzweiler-Struthof, Le Hohwald bis Ste Marie aus Mines.


In Strasbourg geht die Strecke über den Friedhof von Cronenbourg, das Denkmal am Rhein auf französischer und Kehler Seite, dann bis zur „Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte" in Rastatt.

Geplant ist dieser Weg zum einem von Kehl über Kork nach Offenburg mit den Stätten Bahnhof, ehemalige Artilleriekaserne, Gedenkstätte auf dem Friedhof, Salmen, Gefängnis, Kulurforum, Schillersaal, Gedenkstein an der Rammersweirer Straße (zwischen Hermann- und Goethestraße) dann über Rammersweier (Thalebuckel), Bohlsbacher Wald, Fußbach, Haslach-Vulkan, Wolfach, Nordrach. In Offenburg sind die Stolpersteine dabei eine wichtige Erinnerungsstätte. Von Süden nach Norden die Mordstätten an den Mitgliedern der Reseau Alliance in Freiburg, Offenburg (in Verbindung mit Struthof), Bühl, Rastatt, Gaggenau-Rothenfels und Pforzheim. Desweiteren gibt es eine Verbindung zu den Euthanasieverbrechen in Emmendingen, Kork, wiederum Fußbach, Achern, Wiesloch und im Elsaß Cernay, was noch näher untersucht werden muß. Im Elsaß ginge die Strecke ab Ste Marie weiter nach Urbès (beides Kommandos von Struthof), Vieux-Thann (Verbindung nach Offenburg-Rammersweier) Thann (Verbindung nach Wolfach) und Cernay bis nach Mulhouse. Weiter angedacht ist auch eine Linie von Schirmeck über Lothringen, Pfalz, Luxemburg bis Belgien.

Grenzüberschreitende Arbeit

Die grenzüberschreitende Arbeit ist notwendig, weil beiderseits des Rheins vergleichbare politische Probleme bestehen. Das bedeutet allerdings auch „dicke Bretter bohren". Wir können vermutlich viel von einander lernen. In Frankreich haben in der Öffentlichkeit Gedenken einen erheblich größeren Stellenwert als auf deutscher Seite. An der politischen Aufarbeitung fehlt es jedoch genau so wie hier, auch wenn wir rechtsrheinisch nicht vergessen dürfen, von welcher Rheinseite die Verbrechen ihren Anfang nahmen.

Neue Gedenkstättenarbeit

Ob es die InitiatorInnen so sehen oder nicht, die Stolpersteinarbeit ist in die Gedenkstättenarbeit einzuordnen. Wenn man sich neue Gedenkstättenarbeit in z.B. Mittelbau/Dora, Flossenbürg oder Nürnberg anschaut, kommt man an der Frage der Gesellschaftsordnung nicht vorbei. Der Nationalsozialismus hatte eine rassistische und gleichzeitig kapitalistische Zielrichtung. Hier galt nur der „rassisch reine" Mensch, der gleichzeitig produktiv war und sich der sogenannten „Volksgemeinschaft" unterordnete. Der Hauptfeind war abwechselnd der „jüdische Bolschewismus" oder auch der „jüdische Kapitalismus", den es zu bekämpfen galt. Das sog. "Internationale Judentum", das es nie gab, war der Hauptgegner für die national-sozialistische Ideologie bzw. Ersatzreligion.

Unsichtbare Täter

Die Täter werden selten sichtbar. Bei der Stolpersteinaktion schon gar nicht, aber auch bei örtlichen Gedenkfeiern. In der Regel kommen die Täter „von auswärts", haben mit dem Ort, an dem die Verbrechen statt fanden, nichts zu tun. Es ist wichtig eine Verbindung zwischen Verfolgten und Nazitätern her zu stellen. Oft kommen beide aus unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Z.B. war der Straßenbaumeister Richard Bätz aus Offenburg als Kommunist in Natzweiler-Struthof inhaftiert, wurde von dort nach Dachau deportiert und überlebte glücklicherweise beide Konzentrationslager. Ein SS-Wachmann namens Wagner war ebenfalls aus Offenburg. Ein weiterer SS-Mann, der sich als Lahrer Krankenkassenangestellter freiwillig in das KZ Struthof meldete, war der SS-Hauptsturmführer Karl Friedrich Rieflin aus Langenwinkel bei Lahr. Er war der Chef des Lahrer SD und organisierte die Zerstörung der Kippenheimer Synagoge. Nazis haben ein Gesicht, nicht nur die aktiven Täter sondern auch die Schreibtischtäter, die Hintermänner, ehrenwerte Wissenschaftler, Richter und besonders die Profiteure der Zwangsarbeit. Man muß das sichtbar machen. In jedem Ort, in jedem Landkreis gibt es noch viel zu forschen. Überall waren aktive Täter, passive Zuschauer, stille Förderer. Zu untersuchen, unter welchen Bedingungen die Verbrechen damals möglich waren und welche Bedingungen heute wieder dazu führen könnten, müsste nach der Vergangenheit dieser Nation ihre Hauptaufgabe sein. Der Antisemitismus ist nicht tot, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sind nicht tot und Krieg wird wieder als ein Mittel der Politik angesehen. Die soziale Ungerechtigkeit in diesem Land nimmt zu. Der Weg kann ganz schnell

wieder nach unten gehen.

Gedenken heißt Handeln!

 

Nun soll am Freitag, den 26. Januar ein Denkmal an der Buswendeschleife der Linie 5 (Haltestelle FH Pforzheim) enthüllt werden. 

Auch gegen Kriegsverbrecher, die aus Pforzheim stammen sollen,  wurde nach dem Zusammenbruch ermittelt, durch die US-Militärjustiz; so gegen einen Wilhelm Ohnmacht (KZ Dachau) und Eduard Ohnmacht (KZ Mauthausen-Steyr). L

Wer sich der Vergangenheit nicht erinnert, ist gezwungen , die Fehler zu wiederholen..) Und auch das Rathaus schwieg 60 Jahre  dazu. 

rn 

Quellen: (www.stattweb.de/PZ/ER)




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