Rubrikübersicht | Impressum | 06. Dezember 2022


Leserbriefe

Zur Diskussion über eine Impfpflicht erklärt die Bundestagsabgeordnete Stephanie Aeffner:

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Impfpflicht löst nicht die heutigen Probleme mit der Pandemie.

Sie kann uns aber helfen die Endlosschleife von Lockerungen im Sommer und dem drohenden Zusammenbruch des Gesundheitssystems im Winter zu durchbrechen.

Die Lage in Gesundheitswesen ist dramatisch. Darüber bin ich aktuell auch mit den Kliniken des Wahlkreises im Gespräch. Es müssen bereits Patient*innen verlegt werden, weil nicht genügend Beatmungsplätze in der Region zur Verfügung stehen.

Eine berufsbezogene Impfpflicht kann nur ein erster Schritt sein. Um gegen künftige Infektionswellen gewappnet zu sein, müssen wir die zu niedrige Impfquote insgesamt deutlich steigern. Dafür brauchen wir meiner Ansicht nach mindestens in einem zweiten Schritt eine allgemeine Impfpflicht. Sie löst nicht die jetzigen Probleme. Sie kann uns aber helfen zu verhindern, dass sich die bedrohliche Situation wiederholt.

Gleichzeitig müssen wir die Infektionszahlen jetzt schnell herunterbekommen. Es gilt alle Möglichkeiten zur Kontaktreduktion zu nutzen. Jeder einzelne von uns muss sein Verhalten immer wieder prüfen. Und die Politik muss gewährleisten, dass wirksame Maßnahmen ergriffen werden.

Zugang zu Impfungen muss zeitnah und wohnortnah möglich sein. Besonderes Augenmerk muss dabei auf den über 70-Jährigen und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen liegen. Sie brauchen frühzeitig eine Auffrischungsimpfung, damit sie von dem wirksamen und länger anhaltenden Schutz der sog. „Booster"-Impfungen profitieren können.

Dafür gibt es in Zusammenarbeit von Land und Kreisen gerade mobile Impfteams, lokale Impfaktionen in Hallen etc. und Impfzentren. Auch der Nachschub an Impfdosen muss sichergestellt sein.

Eine Impfpflicht ist ein schwerwiegender Grundrechtseingriff. Dem gegenüber steht die Gefährdung vieler, die keinen Immunschutz aufbauen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, aber auch die Belastungen des medizinischen Personals. Und auch die drohenden Einschränkungen für Kinder und Jugendliche und die wirtschaftlichen Folgen von jetzt wieder erforderlichen Beschränkungen müssen wir entgegen halten.

Wer „nur" genesen und nicht geimpft ist, hat keinen lang anhaltenden Immunschutz. Bei täglichen Neuinfektionen von 50.000 versterben wenige Wochen später ca. 400 jeden Tag. Nur mit einer hohen Impfquote inkl. Booster-Impfungen können wir verhindern, im nächsten Winter die gleiche Notlage wie jetzt erleben zu müssen.

Unser Bemühen muss sein, eine Wiederholung dieser dramatischen Lage zu verhindern. Dazu braucht es m.E. die Impfpflicht.
Wir brauchen wir eine Impfquote von ca. 85%. Damit wird die Übertragung des Virus massiv gebremst und die Zahl schwerer Verläufe sehr gering gehalten. Aktuelle beträgt die Impfquote aber nur ca. 69%. Allein mit Freiwilligkeit können wir das Ziel nicht erreichen.

Sonst wird noch sehr lange das Leben all derer, die besonders gefährdet sind, massiv eingeschränkt und bedroht. Viele Menschen mit gravierenden Vorerkrankungen leben seit Beginn der Pandemie aus Vorsicht sehr isoliert. Menschen aus der Gastronomie, Künstler*innen und viele andere haben ihre Existenzgrundlage verloren. Eine Impfpflicht würde endlich auch deren Grundrechte wieder in den Fokus rücken, deren Teilhabe und wirtschaftliche Existenz.

PM

01.12.2021

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