Rubrikübersicht | Impressum | 02. Juli 2022


Leserbriefe

VCD: Bei ÖPNV-Erreichbarkeit immer noch Nachholbedarf im ländlichen Raum

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Deutliche Verbesserung in Schwäbisch Hall, Schlusslicht weiterhin Landkreis Sigmaringen

 

Wie weit sind die Wege zu Bus und Bahn in Baden-Württemberg? Wie weit ist die nächste Bushaltestelle oder der nächste Bahnhaltepunkt entfernt? Dies wurde beim Erreichbarkeitsindex des Bündnisses „Allianz pro Schiene" untersucht. „Für Baden-Württemberg ergibt sich damit ein guter vierter Platz nach den deutlich dichter besiedelten Ländern Saarland, Hessen und Nordrhein-Westfalen", stellt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb fest. „Positiv ist die Verbesserung um einen ganzen Prozentpunkt gegenüber 2018 auf jetzt 95,8% der Bevölkerung, die eine ÖPNV-Anbindung besitzt. Als ÖPNV-Anbindung wurde dabei eine Bushaltestelle in höchstens 600 m Entfernung oder ein Schienenhaltepunkt in höchstens 1.200 m Entfernung mit mindestens 20 Fahrtmöglichkeiten am Tag definiert.

Während die Stadtkreise (an der Spitze Pforzheim mit einer Erschließung von 99,93%) in Baden-Württemberg generell gut abschneiden, liegen immerhin neun Landkreise unter dem Bundesschnitt von 91,4%. Schlusslicht ist hier der Landkreis Sigmaringen mit einer Erschließung von nur 82,09%, gefolgt von Ravensburg mit 82,27%.

 

„Positiv ist jedoch, dass sich alle Landkreise, die in der letzten Untersuchung 2018 als unterdurchschnittlich erschlossen identifiziert worden waren, verbessert haben. Die Verbesserung fällt allerdings unterschiedlich stark aus", erläutert Matthias Lieb die Zahlen im Detail: Positiv hebt sich der Landkreis Schwäbisch Hall mit einem Zuwachs von 6 Prozentpunkten hervor (jetzt mit 91,04% fast auf dem Bundesschnitt), gefolgt vom Main-Tauber-Kreis mit plus 5 Prozentpunkten auf jetzt 89,78%. Der Landkreis Sigmaringen bleibt immer noch Schlusslicht mit aktuell 82,09% Erschließung, ein Zuwachs von nur 1,61%-Punkten, weniger als die bundesweite Verbesserung, die bei 1,7%-Punkten lag. Unterdurchschnittlich war auch die Verbesserung im Landkreis Ravensburg mit 0,80%-Punkten. Mit einer Erschließung von nur 82,27% bleibt Ravensburg weiterhin auf dem zweitletzten Platz. Die Landkreise Biberach und Lörrach gehören ebenfalls zur Gruppe der 10 Landkreise mit der schlechtesten ÖPNV-Erreichbarkeit, bei denen die Verbesserung gegenüber 2018 am geringsten war.

„Die Ergebnisse zeigen die unterschiedlichen ÖPNV-Strategien der Landkreise - auch im ländlichen Raum sind Verbesserungen möglich, wenn der politische Wille dazu da ist", konstatiert Matthias Lieb. Neben der räumlichen Erschließung sei auch die Dichte des Angebotes entscheidend. Hier seien zukünftig gerade im ländlichen Raum sog. On-Demand-Verkehre, die nur auf Anforderung durch die Fahrgäste unterwegs seien, ein wichtiger Schlüssel zur weiteren Verbesserung, so der VCD abschließend.
PM/VCD

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