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Leserbriefe

Symposium Kinderverschickungen

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18. - 19. September 2021 in Ludwigsburg

Zwischen 1948 und bis weit in die 1980-er Jahre, wurden mehr als 8 Millionen Kinder im Alter
zwischen zwei und vierzehn Jahren auf so genannte „Kinderkuren" verschickt, wo sie vielfältige
Misshandlungen erlitten. Auch Arzneimittelversuche und Todesfälle kamen vor. Diese Kuren wurden
von der Bundessozialversicherung (Kranken- und Rentenversicherung) finanziert. Heimträger,
Heimaufsicht, Krankenhausaufsicht und gesetzliche Kontrollen haben in eklatanter Weise versagt.
Nach jahrzehntelangem Verschweigen hat sich im Jahr 2019 eine Initiative aus Betroffenen gebildet
(mittlerweile viele Tausend Aktive), die das Ziel hat, diese Kindesmisshandlungen aufzudecken, die
historische Aufarbeitung voranzutreiben und die Betroffenen zu vernetzen und zu unterstützen.
Umfangreiche Presseberichte in Print (u.a. Zeit, Süddeutsche Zeitung, Spiegel), Radio (u.a. Feature
Deutschlandfunk) und Fernsehen (u.a. mehrere Berichte von Report Mainz), zwei Buchpublikationen
im Januar 2021 sowie unzählige Betroffenenschilderungen lassen mittlerweile erkennen, welchen
gewaltigen Umfang diese Kinderrechtsverletzungen hatten und in welcher Weise Politik und
Verwaltung durch Unterlassen und Wegsehen den Geschehnissen Vorschub geleistet haben.
Seit Januar 2020 hat sich die Politik diesem Anliegen befasst: Alle Bundesländer haben gemeinsam
das Leid anerkannt und Aufarbeitung gefordert (Beschluss JFMK 27.05.2020). Die Landtage in
Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen haben das Thema erörtert, in Baden-Württemberg
wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet.
Erfreulicherweise hat das Sozialministerium Baden-Württemberg für 2021 für ein Jahr eine
Förderung zur Verfügung gestellt. Mit dieser Förderung konnte der Verein Aufarbeitung
Kinderverschickungen Baden-Württemberg e.V. (AKVBW e.V.) für Betroffene eine Anlaufstelle
schaffen, Selbsthilfetreffen organisieren, die Recherchearbeit mit verantwortlichen Stellen vertiefen
und diverse Veranstaltungen durchführen.
Unterstützung erhält der Verein neben dem Land Baden-Württemberg, auch von der Bürgerstiftung
Stuttgart, dem Landesarchiv Baden-Württemberg, der Scala Kultur Live gGmbH, der Diakonie Baden,
der Diakonie Württemberg, den Caritasverbänden für die Erzdiözese Freiburg e.V und RottenburgStuttgart e.V., der Hochschule der Medien Stuttgart und vielen Expert:innen, die ehrenamtlich mitwirken.
Der Verein AKVBW e.V. lädt Sie herzlich zum Symposium Kinderverschickungen vom 18.-19.09.2021
nach Ludwigsburg ein.
Minister Manfred Lucha wird am 19.09.2021 in Präsenz anwesend sein und an der
Podiumsdiskussion als Redner teilnehmen.
Der 18.09.2021 ist nur für ehemalige Verschickungskinder bestimmt. Die interessierte Öffentlichkeit
hat am 19.09.2021 die Möglichkeit, am Symposium im Scala Ludwigsburg teilzunehmen. Dies ist in
Präsenz oder online möglich, da der 19.09.2021 live gestreamt wird.
Anmeldungen und nähere Informationen erhalten Sie unter: mail@verschickungsheime-bw.de
PM

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