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Leserbriefe

Pilotvereinbarung zur Zukunftssicherung bei Mahle

Bild: Protest bei Mahle (Foto: igm)

Protest bei Mahle (Foto: igm)


Beschäftigung der Standorte Mühlacker/Vaihingen langfristig gesichert

 

Betriebsrat und IG Metall Pforzheim berichten am Freitag, 16.09.2022, dass nach der Zustimmung des Betriebsratsgremiums auch die gewerkschaftlichen Vertrauensleute und nun auch die gesamte Belegschaft des Automobilzulieferers, der in Mühlacker und Vaihingen/Enz ansässig ist, mit überwältigender Mehrheit einer Zukunftsvereinbarung zugestimmt haben.

 

„Mahle ist jetzt schon in einem weitreichenden Transformationsprozess, der sich ohne die getroffene Vereinbarung langfristig äußerst negativ auf die Beschäftigungslage in der Region ausgewirkt hätte", sagt die 1. Bevollmächtigte der IG Metall Pforzheim, Liane Papaioannou, die die Verhandlungen vom ersten Tag an begleitet hat. Weiter erläutert sie: „Schon seit Juni 2021 gab es eine Vereinbarung zwischen Gesamtbetriebsrat und Unternehmensleitung, die vorsah, dass für die Region Mühlacker eine Pilotvereinbarung zur Zukunftssicherung durch einen Transformationsdialog verhandelt werden sollte. Ganze 15 Monate haben sich die Gespräche hingezogen. Die Beschäftigten waren sogar im Oktober 2021 mit der IG Metall in 15 Bussen nach Bad Cannstatt vor die Mahle Zentrale gezogen, um mit der Protestaktion die Geschäftsleitung an den Verhandlungstisch zu bringen, da die Gespräche bis dahin nicht konstruktiv geführt wurden."

 

„Nun endlich liegt ein Ergebnis vor, das unsere Arbeitsplätze langfristig, nämlich bis ins Jahr 2029, sichert und mit dem wir in der Lage sind, unsere beiden Betriebe zukunftsfähig aufzustellen", so Jakob Schleyer, einer der beiden stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden bei Mahle. Für Jakob Schleyer ist besonders die erreichte Beschäftigungssicherung wichtig. „In solchen Zeiten, wie wir sie gerade erleben müssen, einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis ins Jahr 2029 erreicht zu haben, ist ein hohes Gut. Nun können wir erstmal durchatmen und unsere Zukunft gestalten. Mich freut besonders, dass die Beschäftigten in Mühlacker und Vaihingen so eng zusammenhalten und sich nicht haben auseinanderdividieren lassen. Im Schulterschluss ist es gelungen, dass die Beschäftigungssicherung für beide Betriebe gilt."

 

Nektaria Christidou, die Vorsitzende des 17-köpfigen Betriebsrats betont, wie wichtig dieses Verhandlungsergebnis für die Region ist. „Uns ist es gemeinsam mit der IG Metall gelungen, ein wirkliches Zukunftspaket zu schnüren." So soll laut Christidou der Standort Mühlacker zum Leitwerk innerhalb der Mahle Business Unit 3 werden. Des Weiteren würden hier Aufträge platziert, die Produkte umfassen, die der Transformation standhalten. Dies führe zu weiteren, konkret vereinbarten Investitionen in der Region. Um zum Beispiel dem Kundenwunsch nach CO2 Neutralität in der Produktion nachzukommen, werde auch hierzu ein detaillierter Plan erarbeitet.

 

„Unser Konzept enthält auch eine klare Verabredung zur Personal- und Qualifizierungsplanung" freut sich Radenko Lazic, der weitere stellvertretende Betriebsratsvorsitzende. „Ich habe mich persönlich dafür eingesetzt, dass die Mittel des Qualifizierungschancengesetzes bei Mahle genutzt werden und wir ein Weiterbildungsangebot für Un- und Angelernte auf den Weg bringen. Uns ist es dabei mit dem Transformationsteam der IG Metall gelungen, die Agentur für Arbeit mit ins Boot zu holen und die Qualifizierung zu fördern."

 

„Unser Paket enthält auch Beiträge der Mitarbeiter", erläutert Theodoros Christoforidis, der Vorsitzende der IG Metall Vertrauensleute im Betrieb, „aber diese fallen anders aus, als wir das bisher kannten. In einem breit angelegten Prozess haben wir unsere Kolleginnen und Kollegen gefragt, wo sie Verbesserungspotential sehen. Sage und schreibe 207 Ideen wurden gesammelt, die mit einem Einsparvolumen von 2,3 Mio. € bewertet wurden. Diese gilt es nun umzusetzen. Im indirekten Bereich in Mühlacker werden die Beschäftigten anstatt dem tariflichen Zusatzgeld (T-ZUG) die 8 freien Tage verpflichtend nehmen müssen, damit haben wir Entlassungen vermieden. Und als sogenannten Transformationsbeitrag bringen alle Beschäftigten bis Ende 2026 eine Stunde der wöchentlichen Arbeitszeit ein." „Einschnitte in das Entgelt gibt es nicht", betonen die Betriebsräte und die IG Metall Vertrauensleute. „Das war uns gerade in dieser angespannten Zeit und kurz vor der Tarifrunde mit der IG Metall besonders wichtig, weil die Beschäftigten schon so viel zu stark durch die Preissteigerungen belastet sind, erklärt Christoforidis. "
PM/igm

19.09.2022

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