Rubrikübersicht | Impressum | 02. Juli 2022


Leserbriefe

Linke kritisieren Fleischfabrikanten Tönnies

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Wie im ARD-Politmagazin bekannt wurde wirbt offenbar der Fleischkonzern Tönnies an der polnisch-ukrainischen Grenze überwiegend geflüchteten Frauen an, in seinen Betrieben in Deutschland für 11€ / Stunde Fleisch zu verarbeiten.

Scheinbar großzügig wird dafür der Transport mit Bussen in die Bundesrepublik sowie die Unterkunft (gegen Verrechnung mit dem Stundenlohn) angeboten.

Es ist erstaunlich wie sich der während der Corona-Pandemie in die Schlagzeilen gerückte Konzern nun scheinbar erneut an der Bedürftigkeit Schwacher bereichern möchte. Wir erinnern uns nur zu gut wie die prekären Arbeits- und Wohnverhältnisse der Beschäftigten ans Licht kamen, als es 2020 zu größeren Ausbrüchen von Corona in den Fabriken kam. Zusammengepfercht in teilweise nahezu abbruchreifen Immobilien für eine viel zu hohe Miete wurden die Arbeitenden untergebracht, was das die Gesundheitsgefährdung der Beschäftigten noch weiter verstärkte.

Tönnies ist also nun offenbar ein großer Helfer in der Not da er Flüchtenden bezahlte Arbeit und ein Dach über dem Kopf anbietet. Dabei sind 11€ für sich gesehen schon ein prekärer Lohn von dem sich in unserem Land kaum leben lässt, vor allem wenn die Kosten für die Unterkunft erst noch verrechnet werden. Das Politmagazin deckte auf, dass scheinbar kleine Kinder oder Ältere nicht mitgenommen werden sollen, sondern nur Menschen, die bei Tönnies auch arbeiten können.

Der Fleischkonzern zeigt in unternehmerischer Gier seine menschenverachtende Haltung und tarnt die Anwerbung von billigen Arbeitskräften als großzügige Hilfsangebote.

Dies verurteilt die LINKE scharf. Geflüchtete Menschen müssen vor prekärer Beschäftigung und zweifelhaften Unternehmen geschützt werden. Der Mindestlohn muss zu einem würdigen Leben reichten, das bedeutet, er muss weiter erhöht werden, mindestens auf 13€. Firmen die ihrer Fürsorgepflicht den Beschäftigten gegenüber nicht nachkommen, müssen dafür endlich belangt werden. Immer noch verhindern viele Betriebe rechtswidrig die Etablierung von Betriebsräten welche die Rechte der Mitarbeitenden im Betrieb stärken. Wir fordern die Politik auf hinzuschauen und Einfluss zu nehmen, damit Zustände wie im Fleischkonzern Tönnies bald der Vergangenheit angehören.

 

Quelle: https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/toennies-fluechtlinge-ukraine-101.html
PM

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