Rubrikübersicht | Impressum | 15. Dezember 2025


Leserbriefe

Erklärung zum Welt-AIDS-Tag 2025

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Motto: „Gemeinsam. Gerade Jetzt."

Am Welt-AIDS-Tag wird weltweit an die Menschen erinnert, die mit HIV leben oder an den
Folgen von Aids verstorben sind. Gleichzeitig rückt der Tag die Solidarität mit Betroffenen
in den Mittelpunkt und macht auf bestehende Ungerechtigkeiten, Stigmatisierungen und
Versorgungslücken aufmerksam. Das diesjährige Motto „Gemeinsam. Gerade Jetzt."
unterstreicht die dringende Notwendigkeit, in Zeiten globaler Unsicherheiten nicht
nachzulassen - weder in der Prävention noch im Engagement für Akzeptanz, Aufklärung
und medizinische Versorgung.
Die Notwendigkeit zeigen auch die aktuellen Zahlen für das Jahr 2024, die vor einigen
Tagen vom Robert Koch Institut veröffentlicht wurden. Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in
Deutschland ist im Jahr 2024 gestiegen - zwar moderat, aber ernst zu nehmen. Auch die
Zahl der Menschen, die noch nichts von ihrer HIV-Infektion wissen, hat erstmals wieder
zugenommen. Schätzungsweise 8.200 Menschen wissen laut RKI noch nichts von ihrer
HIV-Infektion; nur 92% der Menschen mit HIV in Deutschland haben bereits eine
Diagnose (UNAIDS-Ziel für 2025: 95 Prozent). Zugleich wird ungefähr ein Drittel der HIV-
Diagnosen erst gestellt, wenn das Immunsystem schon schwer geschädigt ist - oft wird
gleichzeitig Aids diagnostiziert.
„Die aktuellen Zahlen machen uns Sorgen, denn HIV ist heute behandelbar", so Claudia
Jancura. Dank moderner Therapien können Menschen mit HIV bei frühzeitiger Diagnose
eine normale Lebenserwartung haben und das Virus unter erfolgreicher Behandlung
nicht weitergeben. „Viele Betroffene erhalten ihre Diagnose zu spät oder haben weiterhin
Angst vor Diskriminierung. Die Menschen, die in diesem Jahr zu uns in die Beratung
kamen, hatten alle bereits gesundheitliche Beschwerden und haben ihre Diagnose sehr
spät erhalten", ergänzt Claudia Jancura.
Besonders stark betroffen sind nach wie vor vulnerable Gruppen, die schlechteren
Zugang zu medizinischer Versorgung oder zu niedrigschwelligen Testangeboten haben.
„Doch nicht nur vulnerable Gruppen, wie z.B. Drogengebrauchende sollten mit
ergänzenden Testmöglichkeiten erreicht werden, sondern alle Menschen, die
ungeschützten Sex hatten, sollten sich auf HIV und andere Infektionen testen lassen",
betont Claudia Jancura.
„Gemeinsam. Gerade Jetzt." - Ein Aufruf zu Solidarität und Verantwortung Das Motto
macht deutlich, dass HIV eine gesellschaftliche Aufgabe bleibt. Organisationen, Politik,
Gesundheitswesen und Zivilgesellschaft sind gleichermaßen gefragt, Vorurteile
abzubauen und sicherzustellen, dass Präventions- und Testangebote für alle zugänglich
sind. Gerade in Zeiten, in denen andere globale Krisen die Aufmerksamkeit binden,
braucht es klare Zeichen der Unterstützung und Aufmerksamkeit für Menschen mit HIV.
Gemeinsam Zeichen setzen
Auch in diesem Jahr haben wir Veranstaltungen rund um den Welt-Aids-Tag geplant. Wir
möchten das Thema HIV und vor allem Leben mit HIV am 1. Dezember in den Mittelpunkt
rücken, mitten unter die Gesellschaft. Sie sollen eine entstigmatisierende Wirkung auf
Menschen haben. Wir bemühen uns dadurch, dass defizitäre Bild einer HIV-Infektion mit
einem weniger stigmabehafteten und realistischen Bild zu ersetzen. Als ehemalige
Aidshilfe (jetzt Spotlight Pforzheim) sehen wir die Prävention als eine der wichtigsten
Säulen der aktivistischen Arbeit.
Unser Programm zum Welt-Aids-Tag:
• 30.11. um 11 Uhr: Gottesdienst zum Welt-Aids-Tag in der Liebfrauenkirche
Pforzheim
• 01.12. von 11 - 15 Uhr: HIV-Schnelltest Aktion an der Hochschule Pforzheim
• 01.12. um 20 Uhr: Kinofilm „Der geheimnisvolle Blick des Flamingos" mit Empfang
in Kooperation mit dem Kommunalen Kino
• 05.12. von 17 - 20 Uhr: Checkpoint bei uns
Zudem findet wieder die Rote-Schleifen-Aktion mit Schulen in Pforzheim, Enzkreis und
Kreis Calw statt - in digitaler sowie analoger Form. Und die ganze Stadt Pforzheim setzt
wieder ein Zeichen der Solidarität, denn der Sparkassenturm wird rot angestrahlt und die
Aidsschleife ist zu sehen.
Unsere Forderungen zum Welt-AIDS-Tag 2025:
• Diskriminierung konsequent bekämpfen: Menschen mit HIV dürfen weder im
Alltag noch im beruflichen Umfeld benachteiligt werden.
• Test- und Versorgungsangebote ausbauen: Niedrigschwellige, anonyme und
kostengünstige sowie kostenfreie Angebote müssen flächendeckend verfügbar
sein. Pforzheim braucht dringend eine*n HIV-Schwerpunktärzt*in.
• Aufklärung stärken: Wissen über HIV, Schutzmöglichkeiten und moderne
Therapieformen muss zielgruppengerecht vermittelt werden.
• Internationale Solidarität sichern: Der Zugang zu Medikamenten und
medizinischer Betreuung muss weltweit gewährleistet bleiben.
PM

27.11.2025

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