Rubrikübersicht | Impressum | 07. Oktober 2022


Leserbriefe

8 Prozent Lohnerhöhung und weitere Entlastungen durch die Politik gefordert!

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IG Metall Pforzheim stimmt ihre Mitglieder auf eine harte Tarifauseinandersetzung in der Metallindustrie ein.

Rund hundert Metaller*innen waren in die Kulturhalle in Remchingen gekommen, um sich zum Stand der Tarifrunde in der Metallindustrie zu informieren und durchzustarten.

Die erste Tarifverhandlung in Baden-Württemberg ging am 16. September nach 2 Stunden ohne Annäherung zu Ende, berichtete Babara Resch die als Mitglied der Verhandlungskommission und eigens aus Stuttgart angereist war.

In die Themen eingestimmt hatte zuvor die 1. Bevollmächtigte der IG Metall Pforzheim, Liane Papaioannou. Sie spannte einen Bogen von den derzeitigen multiplen Krisen, wie der Pandemie, dem Ukrainekrieg und der drastischen Inflation. Ihr war es wichtig herauszustellen, dass die Auswirkungen dieser Krisen nicht alleine durch Tariferhöhungen gelöst werden können. Notwendig seien deshalb weitere Entlastungen der Beschäftigten durch die Politik. Das beschlossene 3. Entlastungspaket habe einige Lücken der vorherigen Pakete geschlossen und einige Vorschläge der IG Metall aufgegriffen. So seien anfangs, Rentner*innen und Studierende komplett vergessen worden und bekämen jetzt zumindest eine Energiepauschale von € 300,- bzw. € 200,- Studierendend. Doch dies reiche aus Sicht der IG Metall nicht aus. Der Strompreisdeckel müsse dringend ausformuliert und durch einen Gasdeckel ergänzt werden, so die Gewerkschafterin. Beim Abschöpfen der Zufallsgewinne allein im Strommarkt springe die Ampel zu kurz und ein Mobilitätsgeld für Pendler*innen fehle komplett, erläuterte Papaioannou weiter.

In Bezug auf die Tarifforderung der IG Metall sieht die Bevollmächtigte der Pforzheimer Metaller*innen keinen Grund von der Forderung abzuweichen. „Die wirtschaftliche Situation in den Metallbetrieben im Enzkreis ist zwar unterschiedlich, aber viele Betriebe seien voll ausgelastet und könnten die gestiegenen Preise an ihre Kunden weitergeben. Jetzt sei es an der Zeit, dass auch die Beschäftigten höhere Preise für ihre Arbeit an die Arbeitgeber weitergeben."

Mit dem Slogan „Die 8, die lacht" übernahm die Tarifexpertin Babara Resch von der Stuttgarter Bezirksleitung die Berichterstattung. Sie berichtete von der 1. Verhandlung in Kornwestheim, bei der die IG Metall ihre Forderung nach einer tabellenwirksamen Erhöhung von 8 Prozent begründet habe. Seit 2018 hätten die Beschäftigten keine solche tabellenwirksame Erhöhung bekommen.

Die wirtschaftlichen Zahlen machten deutlich, dass die wirtschaftliche Entwicklung der derzeit nur noch vom privaten Verbrauch getragen sei. Da die hohe Inflation jedoch bereits die Sparguthaben der Beschäftigten, sofern überhaupt vorhanden, aufzehre, sei eine kräftige Entgelterhöhung der Beschäftigten die einzige Möglichkeit eine Rezession noch abzuwenden. Vom privaten Konsum profitiere auch zu einem großen Anteil die Metall- und Elektro-Industrie, so Resch.

Einen möglichen Abschluss in der Metall- und Elektroindustrie komme auch für weitere Branchen eine hohe Bedeutung zu, da diese sich am Metallabschluss orientieren würden. Daher sei der Abschluss auch von großer Bedeutung, so die Tarifexpertin. Und nicht zuletzt brauche es einen starken Tarifabschluss auch, um den Zusammenhalt der Gesellschaft nicht zu gefährden. Denn um diesen machten sich in der gegenwärtigen Situation immer mehr Kolleginnen und Kollegen große Sorgen.

Dass die Beschäftigten die 8% dringend brauchen machten zahlreiche Redner*innen deutlich. So Klaus Rupp, der Betriebsratsvorsitzende von Harman Becker der deutlich machte: „Geld ist genug da, es ist nur falsch verteilt." Oder die Betriebsratsvorsitzende der Firma Mahle Mühlacker, Nektaria Christidou, die die derzeitigen Geldnöte der Beschäftigten schilderte und deutlich machte, dass die IG Metaller*innen jetzt die Pflicht hätten, für mehr Geld im Portmonee zu sorgen. Steffen Schauroth, Betriebsrat bei Witzenmann hielt mit Blick auf den Verlauf der ersten Verhandlung ein T- Shirt mit der Aufschrift hoch „Danke für nichts." Weitere Reder*innen machten deutlich, dass die Beschäftigten, falls erforderlich, auch streikbereit seien.

Solidaritätsbekundungen gab es von Redner*innen aus den Edelmetallbetrieben, für deren Beschäftigte dann Anfang des nächsten Jahres verhandelt wird.

Zur 2. Verhandlungsrunde in Kornwestheim wollen die Pforzheimer Metaller*innen mit Bussen anreisen, um den Arbeitgebern Druck zu machen und zu zeigen, dass sie es mit ihrer Forderung ernst meinen.
PM/igm

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