Rubrikübersicht | Impressum | 12. Juli 2026


Demokratie und Aktion

Kundgebung am Jahrestag der Bücherverbrennung in Pforzheim

Bild: Ein erstes Denkmal an die Bücherverbrennung 1933 in Pforzheim (Foto: ron)

Ein erstes Denkmal an die Bücherverbrennung 1933 in Pforzheim (Foto: ron)

Rund 50 TeilnehmerInnen zählte die Kundgebung anlässlich des Jahrestages der Bücherverbrennung am 17. Juni auf dem Pforzheimer Marktplatz.

Federführend war damals im Jahr 1933 die Hitlerjugend, allerdings wird vermutet, dass der Gauleiter Kemper im Hintergrund die Fäden zog und die Aktion initiierte. Es sprachen u.a. Jan-Hendrik von Minden, Schauspieler am Stadttheater Pforzheim sowie Ingrid und Vogt von den Omas gegen Rechts, die an die unheilvolle Bücherverbrennung im Jahr 1933 an diesem Ort erinnerten. Organisiert wurde die Aktion zum ersten Mal durch die Omas gegen rechts, dazu sprachen Ingrid und Elisabeth Vogt , "es dürfe keine Wiederholung der Bücherverbrennung geben." Die Mühlacker Künstlerin Sigrid Baumgärtner hatte dazu ein Kunstwerk geschaffen , dass an verschiedene verbotene Autoren in der NS-Zeit erinnerte, das später OB Peter Boch übergeben werden soll. Die Stadträtin Ann-Kathrin Wulff will sich dafür einsetzen, dass hier an diesem Platz mindestens eine Gedenktafel an diese Schandtat erinnern soll, die von Hitlerjungen auf Anweisung des NS-Propagandaministers Joseph Goebbels deutschlandweit ausgeführt wurde. Damals wurden Bücher bekannter Autoren wie Lion Feuchtwanger, Rosa Luxemburg oder Erich Maria Remarque, aber auch heute kaum bekannte wie etwa die deutsch-ungarische Schriftstellerin Maria Leitner, Anna Seghers, oder auch Kinderbuchautor Erich Kästner ("Emil und die Detektive") den Flammen übergeben. "Wer Bücher verbrennt, verbrennt später auch Menschen", ein Zitat aus unseliger Zeit, wurde auch bei dieser Veranstaltung als Warnung von den Rednern wieder gegeben. Die Veranstaltung verlief ohne Störungen, störend waren jedoch kurz die Geräusche eines Containerdienstes sowie das bekannte Glockengeläut aus dem Rathaus, ein immer noch ungeklärtes Langzeitproblem.
Schön wäre es gewesen, wenn auch jüngere Menschen, so SchülerInnen dabei gewesen wären, der Altersdurchschnitt war doch eher 60+, vielleicht das nächste Mal? (Die Omas hatten zuvor Schulen informiert)
Mehr dazu auch unter: https://www.buecherverbrennung.de/orte/buecherverbrennung-in-pforzheim/
Es spielte ein Trio des Stadttheaters klassische Musik.

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