Demokratie und Aktion
Hochseilatristik gegen Kulturkürzungen in Karlsruhe (Fot: WK)
Marktplatz setzt Zeichen gegen Kürzungen
Mittwoch Morgen, 08:30, Karlsruher Marktplatz: Nachdem die Aktion des Widerstands-Kollektivs vergangenen Samstag durch ein Großaufgebot der Polizei verhindert wurde , folgt nun die große Überraschung: Die Gruppe hat es doch geschaft auf das Seil des Weihnachtsmanns zu klettern und hier ein großes Banner gegen die Kürzungen in der Kultur und im ÖPNV aufzuhängen. Daneben hängen sie ein KVV-Nextbike an einem scheinbar reißenden Seil.
Der Protest richtet sich gegen die geplanten Haushaltskürzungen, welche Kulturszene, ÖPNV und jetzt sogar das stadtweite Leihfarrad-Angebot von Nextbike existenziell gefährden.
Die Pläne des Gemeinderats erzeugen in Karlsruhe stadtweite Empörung. Am heutigen Samstag findet neben der Kletteraktion des
Widerstands-Kollektivs auch eine große Demostration gegen die Kürzungen im Kulturbereich statt. Daneben laufen mehere Petitionen gegen die Pläne, so zum Beispiel auch eine des Karlsruher Studierendenvertretung AStA, um die Nextbike-Förderung zu erhalten. „Nur ein breiter, vielfältiger Protest kann den Gemeinderat zur Einsicht bringen. Wir fordern deshalb alle Karlsruher*innen dazu auf, sich dem Widerstand anzuschließen, in der Luft und auf dem Boden", sagt Paul Liebsch, einer der Hochseil-Aktivist*innen.
„Noch hat der Gemeinderat die Möglichkeit, die geplanten Kürzungen zurückzunehmen und Kultur und ÖPNV in Karlsruhe in Sicherheit zu bringen. Bleibt die Politik jedoch bei ihrem Kurs, stürtzen sie in die Tiefe." sagt Julius Hamich, einer der Kletternden, der bereits bei der Besetzung der Platanen in der Kaiserstraße und am Staatstheater dabei war. Die angedachte Kürzung von 10% würde fast ein Drittel der kulturellen Einrichtungen in existentielle Not bringen. Sie wären das tragische Aus für mindestens 8 Einrichtungen: KOHI, Sau e.V., Sandkorn, tanzareal, dokka, Filmboard, PRIDE PICTURES und Kinemathek.
„Die Kulturszene trägt einen unersetzlichen Teil zur Vielfalt, Demokratie und Attraktivität Karlsruhes bei. Gerade angesichts gesellschaftlicher Krisen brauchen wir mehr Förderung ziviler Teilhabe.
Es kann nicht sein, dass wir ausgerechnet während der COP30 die Weichen erneut auf fossile Zerstörung stellen - anstatt endlich Prioritäten für Demokratie und Klimaschutz zu setzen. Wir brauchen Kultur und ÖPNV, um
uns vom Verbrennerzwang zu befreien und Emissionen einzusparen. Unsere Lebensgrundlagen hängen gemeinsam mit Kultur und Öffis am seidenen Faden'', so Moritz Borcherding, Pressesprecher des
Widerstands-Kollektivs.
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