Rubrikübersicht | Impressum | 12. Juli 2026


Demokratie und Aktion

CSD-Day 2026 in Pforzheim verlief friedlich

Bild: Aktivisten mit Banner am Umzug durch die Innenstadt

Aktivisten mit Banner am Umzug durch die Innenstadt

Kommentar:


Rund 1300 Teilnehmer , darunter auch vom CSD-Komitee Karlsruhe, nahmen dieses Jahr am CSD-Day in Pforzheim bei bestem Wetter teil und zogen in einem bunten Zug durch die Pforzheimer City mit lauer Musik und auch Slogans. Gerade der Christopher Street Day ist ein wichtiges politisches Zeichen und erinnert daran, dass queere Menschen auch einen Platz in Pforzheim haben. Vor dem Stadttheater fand gleichzeitig eine Demo einer rechtsgerichteten "Jägertruppe " analog zu 2025 mit ca. 40 Personen statt, auch fanden sich radikale Christen ein , die gegen den friedlichen Umzug unter dem Regenbogen agitierten, darunter der bekannte Evangelikale und AfD-Sympathisant Dr. Lothar G. Ein Aktionist verteilte Minibibeln und auf die Frage , "warum sie hier stehen würden", wies er auf den bunten Umzug hin mit den Worten , das wäre doch "Perversion". Worauf er auf die Toleranz und Nächstenliebe hingewiesen wurde, die ja gerade Jesus verbreitet hätte und man solle ja auch kein falsches Zeugnis abgeben wider dem Nächsten - darauf folgte kein Kommentar. Auf den T-Shirts der Aktivisten stand "Jesus lebt", ob gerade hier, kann in Frage gestellt werden.. ("Kann denn Liebe Sünde sein?"). Erst 1994 wird der §175 STGB gestrichen und Homosexualität in Deutschland nicht mehr verfolgt. Seit 2001 können homosexuelle Paare eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Dennoch fühlen sich viele Betroffene zunehmend unsicher.
Redner waren u.a. ein Aktivist, der erst vor einiger Zeit nach Pforzheim kam, hier gäbe es keine Infrastruktur, auch können man hier nicht nachts "händchenhaltend" oder "knutschend" durch die City ziehen, was ja durch die Aussagen der evangelikalen Eiferer gerade zu bestätigt wurde. Und es gab eine Rednerkritik an einer Aussage in der Lokalpresse: "CSD unter Beschuss: "Pforzheim, das Bautzen des Westens", da würde der Osten "mal wieder negativ dargestellt."... Pforzheim gilt lt. Infos der Veranstalter als einer der Städte, in der kaum queere Veranstaltungen stattfinden. Gerade der Christopher Street Day ist ein wichtiges politisches Zeichen und erinnert daran, dass queere Menschen auch einen Platz in Pforzheim haben.
Weiter sprach Janka Kluge vom queeren Netzwerk , sie kritisierte die Änderung im Meldegesetz, dass eine Meldung an Sicherheitsbehörden bei bestimmten Transqueeren Menschen vorschreiben soll, dagegen muss man unbedingt protestieren.. Kritisiert wurde auch im Vorfeld, dass die Stadt Pforzheim wiederum keine Regenbogenflagge am Rathaus gehisst hat, dafür hingen Regenbogenflaggen aus Fraktionszimmern u.a. von WIP/Die Linke/B90 Die Grünen und der SPD. BM Dirk Büscher sprach ein Grusswort und verwies darauf, das die Gernikabrücke nachts in Regenbogenfarben angestrahlt würde, auch wäre eine städtische Beratungsstelle für die Gleichberechtigung auf dem Marktplatz anwesend wäre. Eine Rednerin aus Altensteig warb für den 1. CSD-Day in Altensteig (10.000 Einwohner) am 20. Juni 2026 von 10:30 Uhr - 13:00 Uhr, da lohnt sich wohl eine Fahrt, bei gutem Wetter danach auch noch ein kühles Bad an der naheliegenden Nagoldtalsperre möglich. Die lokale Kundgebung verlief bis auf zwei kleinere Vorfälle insgesamt friedlich , ein Großaufgebot der Polizei war in der Innenstadt im Einsatz mit einer Reiterstaffel, das hat es am 6. Juni in Karlsruhe so nicht gegeben, dort waren es rund 13.000 Teilnehmer und kaum Polizei zu sehen. Im Angebot waren diverse gastronomische Angebote, zudem Infostände u.a. von IG Metall, Spotlight eV, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, SPD, Fa. Witzenmann sowie queere Anbieter von Infomaterial und diversem Material wie Bänder in Regenbogenfarben, Fächer etc.
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