Rubrikübersicht | Impressum | 03. Dezember 2022


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Amazon unter scharfer Kritik: Diskussionsrunde im Kulturhaus Osterfeld bringt

Bild: v.l.: Melanie Rechkemmer (ver.di), Wolfgang Schulz (WiP), Sonja Widmaier

v.l.: Melanie Rechkemmer (ver.di), Wolfgang Schulz (WiP), Sonja Widmaier

Eine massive Kritik an den herrschenden Verhältnissen in der Amazon-Niederlassung in Pforzheim gab es am 18.01. im Kulturhaus Osterfeld. Eingeladen hatte dazu die Stadtratsgruppe von WiP (Wir in Pforzheim), die schon am Mittwoch zuvor vor dem Amazonwerk im Pforzheimer Industriegebiet Buchbusch dafür bei den Beschäftigten von Amazon geworben hatte. Und es kamen auch der Pforzheimer Kurier , die "Pforzheimer Rundschau" sowie der "Stadtanzeiger" ..Auf dem Podium sassen Melanie Rechkemmer von ver.di, die Betriebsrätin Sonja Widmaier und der WiP-Stadtrat Wolfgang Schulz, die mit den Anwesenden diskutierten.

Etliche Ex-Beschäftigte ließen ihren Frust u.a. über für sie ungerechte Behandlung, fehlende Entgeltzahlungen oder kurzfristige Kündigungen ab. So erzählte eine Ex-Mitarbeiterin , dass sie in der Hoffnung auf eine Weiterbeschäftigung vor Weihnachten 2012 sogar sonntags gearbeitet habe, trotzdem nicht weiter beschäftigtet wurde. Ein Ex-Mitarbeiter bemängelte, dass im Dezember plötzlich die Kantine zweckentfremdet wurde , durch Pakete die dort gelagert wurden. Weitere Punkte waren u.a. dass bei einer Feuerwehrübung Mitarbeiter ins Freie mussten, im T-Shirt eine halbe Stunde draussen frieren mussten. Oder morgens bei Schichtbeginn wurde mitgeteilt, dass den dort Versammelten nun gekündigt worden ist, sie sollten die Arbeitsschuhe und andere Amazon-Utensilien wie Cuttermesser abgeben, die Messer auch, weil man wohl Amokläufe befürchtete? Mitarbeitern wurde angeboten, die Schuhe für 50 Euro käuflich zu erwerben, wer nicht wollte oder konnte, hätte dann wohl in Strümpfen das Werksgelände verlassen müssen, was als unwürdig bezeichnet wurde. Frivol ging es dann weiter, als eine Frau erzählte, dass mehrere Mitarbeiter gekündigt bekommen hätten, die "einvernehmlichen Sex in der Umkleidekabine" gehabt haben sollen...Offenbar gibt es auch "gemischte Umkleidekabinen" - was wohl zu solchen Exzessen geführt habe?
WiP-Stadtrat Wolfgang Schulze erzählte, dass man ja schon vor der Ansiedlung hier massive Kritik geäussert habe, da auch die Joberwartung vieler Menschen nicht erfüllt worden wäre. Was von Anwesenden bestätigt wurde, die ihre Enttäuschung über fehlende Weiterbeschäftigung und auch die Rolle der Stadt hier und der Arbeitsagentur heftig kritisierten. Die Erwartungen der Ex-Mitrabeiter wurden hier nicht erfüllt, man fühlt sich von Amazon gerade zu getäuscht. Stadtrat Hans-Joachim Bruch erklärte dazu, " dass man bei der Stadt auch angefragt habe, um zu erfahren, ob und wieviele Menschen, die bei Amazon arbeite(te)n, trotzdem auf Transferleistungen (Aufstocker) der Arge angewiesen sind; " es gäbe dazu noch keine Antwort". Es sei nur eine Frage der Zeit, dass man bei Amazon irgendwann nicht mehr auf den lokalen Arbeitsmarkt zurückgreift, sondern Arbeiter aus Rumänien , Bulgarien oder Ungarn hierher holt".. (Bereits jetzt sei ein Kontigent offenbar auch von Zeitarbeitsfirmen beschäftigt, die meist als erste gehen müssten.) Manch einer erzählte auch von fehlenden Papieren oder Zeugnissen, die nicht rechtzeitig für Weiterbewerbungen eingegangen wären. Es gab auch nüchterne, positive Wortmeldungen, die offenbar keine Probleme auch mit der Situation nach der für viele überraschenden Kündigung hatten. Der Betriebsratsvorsitzende von Kaufhof Pforzheim, Theo Laier, übte ebenfalls als Gewerkschafter Kritik an den geschilderten Verhältnissen, er habe selbst rund fünf Klagen im Jahr beim Arbeitsgericht , anders sind bestimmte Dinge nicht zu regeln. Auch die Vertreterin von Ver.di Pforzheim, Melanie Rechkemmer, erzählte von schwieriger Vorortarbeit, da es bei Amazon leider keinen Betriebsrat gibt, hatte man vor Schichtbeginn die Arbeitnehmer im Bus informiert, was nicht immer "gut ankam". Wolfgang Schulz will weiter am Ball bleiben, öfters oben bei Amazon Informationen an die Beschäftigten weiter geben und forderte Amazon auch dazu auf; "sich an deutsche Kultur und Sozialnormen zu halten!"

19.01.2013

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