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Regnerischer Auftakt beim 1. Maifest des DGB in Pforzheim

(01.05.2015 - 19:03)


Uwe Hück am Mikrofon..

Rund 250 Menschen hatten sich am 1. Mai im Haus der Jugend eingefunden, um den traditionellen Kampftag der Arbeiterbewegung zu begehen.

 

 

Aufgrund des regnerischen Wetters fand die Veranstaltung im grossen Saal des städtischen Jugendzentrums statt. Henry Wiedemann, Kreisvorsitzender des DGB Pforzheim-Enzkreis begrüsste die zahlreichen Gäste, darunter auch Stadträte von SPD, Wir in Pforzheim, Linke und Grüner Liste. Er wies auf die letzten Erfolge wie dem Mindestlohn hin, der kampagnenmässig auch von den
Gewerkschaften gefordert worden war, auch als wichtiges Beispiel für das aktuelle DGB-Motto „Zukunft der Arbeit". Kritik daran wegen des angeblich verhältnismässig grossem Aufwandes durch Arbeitgeber oder auch Parteien entgegnete er mit dem Vorzeigen eines DIN A 4-Blattes, das für die Aufzeichnung der erbrachen Arbeitsstunden ausreichen würde. Er bedankte sich dabei auch bei der lokalen Bundestagsabgeordneten Katja Mast, die auch im Saal anwesend war. Als nächster Redner stand OB Gert Hager am Podium, der
auf die wichtige Funktion der Gewerkschaften hinwies. Hager zeigte sich auch betroffen vom Scheitern der derzeit aktuellen Haushaltsberatungen im Gemeinderat aufgrund der von CDU, AFD und FDP/FW -durchgesetzten Kürzung der Gewerbesteuer auf 410 Punkte. (Dadurch fehlen der Stadt 2 Millionen Euro im Etat). Diese Kürzung würden sich auch die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit auswirken.
Als Hauptredner trat danach mit Uwe Hück ein echtes Schwergewicht vor das Publikum. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Porsche AG umriss in seinem von lautem Beifall unterbrochenem Vortrag auch die historische Erfahrung der Gewerkschaften mit dem Nationalsozialismus im letzten Jahrhundert.
Viele Gewerkschafter landeten damals im Gefängnis oder KZ , was nicht vergessen werden sollte. Hück warnte auch vor zunehmender Desorientierung jugendlicher , die sich von der Demokratie abwenden und zum IS überlaufen. „lauft nicht diesen Rattenfängern hinterher", rief er donnernd unter lautem Beifall.
Er sei gefragt worden, warum er am 1. Mai nach Pforzheim geht und nicht nach Berlin antworte er ironisch:
Ich gehe dahin wo die Sonne nicht scheint, damit es wieder aufwärts geht und Pforzheim wieder top wird in Baden-Württemberg." Auf unsere Frage, ob er sich auch vorstellen könnte, dass Porsche hier eine
Niederlassung einrichtet wie nahe Bietigheim, antwortete er sinngemäß später, „da müsse man darüber nachdenken.."

Das Thema Ausbildung liegt im persönlich am Herzen, er ist selbst im Kinderheim Sperlingshof aufgewachsen. Die Porsche AG habe 150 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen, er rief die Unternehmen dazu auf, das auch zu tun. „Wir brauchen wieder mehr Unternehmer mit Herz" rief Hück unter Beifall im Saal. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch die Aziza-Trommler und die Ruck-Zuck-Band der Lebenshilfe, die zum Schluß schmissige Weisen spielten. Verschiedene Gruppen hatten ihre Infostände wegen des schlechten Wetters im inneren des Haus der Jugend aufgebaut, darunter die Erwerbslosen , die
2015 planen, eine Ausstellung über psychische Folgen der Arbeitslosigkeit nach Pforzheim zu holen.
Oder die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, die am 9. Mai , 14.30 beim Mahnmal für die Opfer des Faschismus am Hauptbahnhof in Stuttgart, eine Kundgebung planen, zum Tag der Betreuung vom Faschismus.

 




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