Pforzheimer Rundschau - unabhängige Online - Zeitung aus Pforzheim (Logo)

Freie Presse - unabhängig von Politik und Wirtschaft


25. November 2017


Demokratie und Aktion

rote Trennlinie (klein)
Werbung

Aktuelle Nachrichten

Prozeßauftakt im Pforzheimer Kitamord...

Dauerbrenner

Bürgerentscheid findet grossen Anklang bei der Bevölkerung...

Demokratie und Aktion

Ex-OB-Kandidat wegen Missbrauch vor Gericht ...

Groteskes

Das Mittelalter kehrt zurück: AfD-Abgeordneter in Baden-Württemberg zitiert den Hexenhammer......

Kultur

Jazzclub 55 eröffnet die Herbstkonzertsaison im Gasometer...

Leserbriefe

Stühlrücken bei den Stadtwerken Pforzheim.....

Pforzheimer Sportschau

Wilddogs starten in die Off-Season...

Politik

Spontandemonstration gegen den Vormarsch der NPD...

Termine

Gedenkstunde 2017 am Mahnmal für die Opfer des Faschismus ...

Wirtschaft

Behörden verhaften gegen Betreiber von kino.to ? gegen Nutzer wird vorerst nicht ermittelt...

Werbung

NS-Kriegsverbrecher in Engelsbrand geehrt

(08.03.2016 - 20:48)


Opferehrung in Marzabotta (Foto: Resistenza)

Italien reagierte  empört auf Auszeichnung eines früheren SS-Mannes in Baden-Württemberg. Wilhelm Küster war am Massaker von Marzabotto beteiligt


 

Die italienische Öffentlichkeit hat empört auf die Ehrung eines früheren SS-Mannes  reagiert.  Engelsbrand hat Wilhelm Küster mit der Medaille »Ehrenvoller Bürger« ausgezeichnet. Im Herbst 1944 gehörte dieser der Aufklärungsabteilung der 16. SS-Panzergrenadierdivision »Reichsführer SS« an, die in der Apenninengemeinde Marzabotto bei Bologna ein Massaker an Hunderten Zivilisten verübte. Vom 29. September bis 5. Oktober waren damals die SS-Männer durch Marzabotto gezogen, hatten die Häuser niedergebrannt, die Tiere getötet und alle Einwohner ermordet. Es war eine Vergeltungsaktion für neun Deutsche, die bei Gefechten mit der Partisanenbrigade »Stella Rossa« (Roter Stern) getötet worden waren. Unter den 770 namentlich bekannten Opfern des Verbrechens befanden sich 213 Kinder unter zwölf Jahren, 142 ältere Männer, 316 Frauen und fünf Priester. Bei allen handelte es sich um Zivilisten, kein einziger Partisan befand sich in Marzabotto. Ein Pfarrer und die Gläubigen wurden während des Gottesdienstes in der Kirche eingeschlossen und mit Handgranaten niedergemetzelt. Nur zwei Kinder, eines sechs und eines acht Jahre alt, überlebten das Massaker versteckt unter den Leichenbergen.

2008 wurde Küster von einem Militärgericht in Rom für seine Beteiligung zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Kommandeur der Abteilung, SS-Sturmbannführer Walter Reder, war schon 1951 in Bologna zu dieser Gefängnisstrafe verurteilt worden und saß bis 1985 in Haft. Feldmarschall Albert Kesselring, der als Oberbefehlshaber im Mittelmeerraum die Massenmorde angeordnet hatte, wurde nach dem Krieg durch ein britisches Gericht u. a. wegen der Verbrechen in Italien zum Tode verurteilt, die Strafe wurde später in lebenslange Haft umgewandelt, aus der Kesselring bereits 1952 entlassen wurde.

 

 Kommentar:

Die Gemeinde Engelsbrand am Rand des Schwarzwaldes hat es in den letzten Jahren zu einem eher zweifelhaften Ruhm als Wohnort
des umstittenen, inzwischen verstorbenen Unternehmers Dr. Manfrid Dreher gebracht. Dreher hatte mal die Elite der weltweiten  Holocaustleugner 1991 nach Pforzheim zu einem Vortrag eingeladen, darunter auch Dr. David Irving, der vor einiger Zeit in Österreich in Haft war. Nun droht neuer Ungemach, denn die Gemeinde hat offenbar einen dort wohnenden ehemaligen Kriegsverbrecher geehrt haben.
Der Fall gleicht dem des SS-Angehörigen Ludwig Göring aus Ittersbach, der am Massaker in St. Anna die Stemezza in der Toskana beteiligt war und trotz Verurteiliung in Italien seinen Lebensabend in seiner Heimatgemeinde unbehelligt verbringen konnte. In Ittersbach hat man ihn als ruhigen Bürger in Erinnerung, der im Obst- und Gartenbauverein aktiv war und dafür geehrt wurde. ein Bürger meinte mal, " man solle die Vergangenheit ruhen lassen"andere hätten uns doch auch schlimmes angetan". Eine doch sehr vereinfachende  Weltsicht.. 

Bundespräsident Johannes Rau hatte sich für das Massaker von Marzabottabereits 2002 entschuldigt, ebenso wie  Joachim Gauck, der sich 2013 mit dem italienischen Staastspräsidenten in St. Anna di Stemezza zu einer Versöhnungsfeier getroffen hatte. 

Die Frage bleibt, ob sich die Gemeinde nun zu einer Revision der Ehrung entscheidet, was wohl eher fraglich ist?

Opferverbände hatten nach den Urteilen von La Spezia gegen die Täter die Untätigkeit in Deutschland als " verhindernde Ermittlung" bezeichnet..

 

Quelle u.a. junge welt, ER

 

 




Diskussion


mitdiskutieren


Name
eMail*
Beitrag**
Spamcode
eingeben
1024
* die eMailadresse wird nicht veröffentlicht.
** nachdem es sehr intensiv aufgekommen ist, Webseiten mit Werbespams zu überziehen, muss jeder Beitrag vor einer Freischaltung von uns geprüft werden.
Suchen

-> finden




Bildquelle: Simone Hainz / pixelio.de

Teilnahme
Wenn Sie auch einen Artikel schreiben wollen, können Sie einen Artikel (gerne auch mit Bildern) bei uns einreichen. Wir veröffentlichen alle qualifizierten Beiträge umgehend.
[Artikel einreichen]

andere Artikel
Ex-OB-Kandidat wegen Missbrauch vor Gericht
-> lesen

Gedenkfeier an die Reichspogromnacht 1938 in Pforzheim
-> lesen

Podiumsdiskussion im Kulturhaus Osterfeld bringt neue Erkenntnisse
-> lesen

Bunte Demo gegen Steinbach und Gauland vor dem Pforzheimer Congresszentrum
-> lesen

Nie wieder Krieg - Antikriegstag des DGB 2017 in Pforzeim
-> lesen

Rangeleien bei AfD-Veranstaltung von Prof. Dr. Karl Schachtschneider in Pforzheim
-> lesen

AfD-Pforzheim lädt bekennenden Antisemiten ein : Skandal um Gedeon-Auftritt in Pforzheim
-> lesen

Mobil ohne Auto Sonntag in Pforzheim bei schönem Wetter
-> lesen

Demo gegen das Abschiebegefängnis Pforzheim am 13. Mai 2017
-> lesen

Aufzug Rechtsextremer und Gegendemos in Durlach: Klare Zeichen setzen gegen dumpfen Hass
-> lesen

DGB feiert ersten Mai 2017 bei schlechtem Wetter
-> lesen

Identitäre Bewegung feiert beschädigte Pappbecher im Pforzheimer Wildpark
-> lesen

Demonstration gegen Abschiebegefängnis in Pforzheim am 26.02. 2017
-> lesen

Der Kuaför aus der Keuopenstrasse - Film im Rahmen der Aktionswoche gegen Rechtsextremismus
-> lesen

Auftakt zur Aktionswoche gegen die Fackelmahnwache des FHD
-> lesen

VVN-Kundgebung am 20.11.2016 in Pforzheim ohne offizielle Beteiligung
-> lesen

Antifaschisten stören Naziaufmarsch in Karlsruhe erfolgreich
-> lesen

Frauke Petry erneut in Pforzheim - Demonstranten protestieren vor dem CCP
-> lesen

Gedenkfeier in Pforzheim erinnert an die Deportation der badischen Juden nach Gurs
-> lesen

Hitzige Debatte bei Diskusssion zum Thema Rechtsextremismus im Alten Schlachthof in Karlsruhe
-> lesen

Bericht vom Antikriegstag 2016 in Pforzheim
-> lesen

Mobil ohne Auto Sonntag bei gutem Wetter..
-> lesen

Aktion gegen befürchtete Theaterschliessung in Pforzheim
-> lesen

EM, Reichskriegsflaggen und ein dubioser Zeitzeugenvortrag
-> lesen

Menschenkette gegen AfD - durch 68er verseuchtes Deutschland
-> lesen

Argumente gegen die AfD Ein Kurzbericht
-> lesen

Nationalismus ist keine Alterhative - Vortrag von Janka Kluge in Pforzheim
-> lesen

NS-Kriegsverbrecher in Engelsbrand geehrt
-> lesen

Kundgebung auf dem Marktplatz in Pforzheim gegen Neonazi -Dauer-Fackelmahnwache
-> lesen

FRIEDENSMARSCH AUF DEN WARTBERG gegen Fackelmahnwache
-> lesen

Stadtbus ade - Pforzheim hat nach 105 Jahren keinen städtischen Busverkehr mehr
-> lesen

Fordert AFD-Thüringen zu Selbstjustiz auf?
-> lesen

Vortrag Flucht und Asyl bei der IG-Metall-Delegiertenversammlung
-> lesen

VVN-Veranstaltung am Totensonntag in Pforzheim
-> lesen

Je suis Paris - Nu sommes unis
-> lesen

Antifaschistischer Stadtrundgang mit Gerhard Brändle
-> lesen

Gedenkfeier zum 77. Jahrestag der Reichspogromnacht
-> lesen

Verleihung Whistleblower-Preis in Karlsruhe am 15.10. 2015
-> lesen

Antikriegstag 2015 in Pforzheim
-> lesen

Hooligans planen Demotour im September/Oktober in Nordbaden
-> lesen

Tausende gehen bei CSD-Parade in Stuttgart auf die Straße
-> lesen

70 Jahre Hiroshima - Grossplakataktion geplant
-> lesen

Streik bei Südwestkarton in Illingen
-> lesen

Spektakuläre Demo von Tierschützern - Schlachthöfe schliessen!
-> lesen

Regnerischer Auftakt beim 1. Maifest des DGB in Pforzheim
-> lesen

Demo gegen Atomkraft in Neckarwestheim am 8.März 2015
-> lesen

Antifaschistische Demo in Pforzheim verläuft friedlich
-> lesen

70. Jahrestag Ermordung der Widerstandskämpfer der Reseau Alliance
-> lesen

Freispruch für Antifaschisten
-> lesen

OB -Frau Im NSU-Ausschuß zu Gast in Pforzheim
-> lesen

Antikriegstag in Pforzheim 2014
-> lesen

Genug ist genug - Demo am 26.07.14 gegen Nazis in der Pforzheimer Nordstadt
-> lesen

Karlsruhe unterm Regenbogen - CSD-Day am 31. Mai 2014
-> lesen

Fukushima ausser Kontrolle- Demo in Neckarwestheim
-> lesen

Die Liste steht: WiP Wir in Pforzheim geht mit 6er Spitze in den Kommunalwahlkampf
-> lesen

Demo gegen Fackelmahnwache des FHD fordert viele Verletzte..
-> lesen

Aufruf : Fackeln aus!
-> lesen

No Pasaran: LIDl sperrt Parkplatz für Nazis..
-> lesen

Blut muss fliessen - Undercover unter Nazis
-> lesen

3. Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima - Demo und Kundgebung
-> lesen

Doch keine Straftat: Staatsanwaltschaft Pforzheim stellt Verfahren gegen Antifaschisten ein
-> lesen

Antifa demonstriert gegen Bundeswehr-Werbung im Pforzheimer Rathaus
-> lesen

NS-Widerstand in Pforzheim
-> lesen

Wahlschein und Versicherung an Eides statt bei Briefwahl und Direktwahl im Bürgerzentrum
-> lesen

Ein Fenster mit Aussicht auf Erfolg?
-> lesen

Demonstration für die Forderung nach Reformierung der Asylverfahren und ihrer Bedingungen
-> lesen



Werbung Newsletter

rote Trennlinie (klein)
Impressum:
Unabhängige Internetzeitung für Pforzheim und Umgebung
E-mail: redaktion@Pforzheimer-rundschau.de
www.pforzheimer-rundschau.de
Das Impressum gilt für www.pforzheimer-rundschau.de

Verantwortlich auch für journalistisch-redaktionelle Inhalte iSd. Paragraph 55 II RStV:
Boris Gullatz, Gottesauerplatz 2, 76131 Karlsruhe, Tel. Nr. 0721 / 3297-008.

Veröffentlichte Artikel geben nicht immer die Meinung der Redaktion wieder, es besteht kein Rechtsanspruch auf Veröffentlichung eingesandter Artikel und Beiträge. Die Mitarbeit ist ehrenamtlich, ein Vergütungsanspruch besteht nicht. Bei evtl. Unstimmigkeiten in unserer Internetausgabe bitten wir um eine kurze Mitteilung, ein Schadenersatzanspruch daraus besteht nicht.

Für Fragen zu redaktionellem Anliegen: Tel.: 07231-1337759
Bilder, soweit nicht anders genannt: fotolia.de

Programmierung und Hosting:
Andre Oehler
Programmierung
Webauftritt optimiert von www.f-lux.de